Lebendige Geschichte im Gedenkjahr 2014

Lebendige Geschichte im Gedenkjahr 2014

Seit vielen Jahren initiiert die .lkj) Sachsen-Anhalt Jugendgeschichtsprojekte wie das Programm „Zeitensprünge“ oder ganz aktuell den Jugendgeschichtswettbewerb „1914-1918: Heimat im Krieg“ mit anderen Kooperationspartnern. “Unsere historisch-politischen Bildungsangebote richten sich bewusst an Träger der außerschulischen Kinder- und Jugendhilfe, um Jugendliche aus diesem Umfeld zur Auseinandersetzung mit ihrer Heimatgeschichte direkt vor Ort zu interessieren”, sagt Torsten Sowada, der verantwortliche Referent für historisch-kulturelle Bildung bei der .lkJ). “Wir erreichen damit auch Trägerstrukturen, welche historisch-politische Bildung bis dato nicht anbieten und sie können dadurch ihr Profil ausbauen, weiterentwickeln und neue Kooperationen mit z.B. Museen, Gedenkstätten und anderen Geschichtsprojekten initiieren.”

Kinderspielzeug im 1. Weltkrieg (aus der Wanderausstellung "Heimat im Krieg")
Kinderspielzeug im 1. Weltkrieg (aus der Wanderausstellung “Heimat im Krieg”)

In den außerschulischen Projekten befassen sich Jugendliche freiwillig und hoch motiviert mit historischen Fragestellungen und der Geschichte ihrer Heimat in anderer Art und Weise, als dies im Rahmen schulischen Geschichtsunterrichts möglich ist. Die Jugendlichen graben z.B. Geschichten aus, die in keinem Schulbuch stehen und in keiner Niederschrift erwähnt sind. Das Erforschte kann meist auch auf ganz aktuelle gesellschaftspolitische Ereignisse in anderen Zusammenhängen diskutiert werden. Insbesondere die Spurensuche zu Themen aus der NS-Zeit, der DDR-Geschichte oder aus der Migrationsgeschichte bieten dazu eine Fülle an Andockmöglichkeiten.  

Somit unterstützt die .lkj) Sachsen-Anhalt auch die Schwerpunktsetzung der Kultusministerikonferenz 2014 auf die “Erinnerungskultur”.  Die entsprechende Pressemitteilung des Kultusministeriums Sachsen-Anhalts wir somit ebenfalls begrüßt:

Kultusminister wirbt dafür, auch außerschulische Lernorte in den Geschichtsunterricht einzubeziehen

In diesem Jahr wird gleich dreier historischer Daten der deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts gedacht: Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, im September wird an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren erinnert und im Herbst schließt sich das Gedenken an die friedliche Revolution in der DDR und den Mauerfall vor 25 Jahren an.

„Jeder dieser Anlässe bietet Anknüpfungspunkte, sich zu erinnern und dieses Erinnern lebendig werden zu lassen – auch und gerade im Unterricht“, so Kultusminister Stephan Dorgerloh. Dazu hat er sich in einem der üblichen Schulleiterbriefe zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres an die Schulen im Land gewandt. Er ermutigt in dem Brief die Schulleiterinnen und Schulleiter ausdrücklich dazu, diese Punkte des Gedenkens und Erinnerns aktiv und nachhaltig in das Schulleben einfließen zu lassen. „Wir brauchen eine Erinnerungskultur, die unsere Schülerinnen und Schüler sensibilisiert und befähigt, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und sie entsprechend einordnen zu können“, so der Minister.
Im Lehrplan seien solche Themen natürlich verankert, anschaulich werde Geschichte gerade dann, wenn dazu die Möglichkeiten außerschulischer Lernorte genutzt werden. „Geschichte wird für Jugendliche besonders greifbar, wenn sie sich mit einzelnen Lebensschicksalen befassen oder vor der eigenen Haustür nach geschichtsträchtigen Orten suchen. Wichtig ist, dass der Unterricht zu einem kritischen wie realistischen Blick auf die Geschichte führt, damit Jugendliche eigene Positionen entwickeln können.“

Die Möglichkeiten dafür sind breit gefächert: Sowohl die Landeszentrale für politische Bildung als auch die Stiftung Gedenkstätten oder die Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen halten vielfältige pädagogische Angebote bereit, um solche Geschichtsthemen aufzugreifen und auch anhand von Jahrestagen für die Schule nutzbar zu machen. So ist bereits im Januar in Erinnerung an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges eine Wanderausstellung des Museumsverbandes in Stendal eröffnet worden. Parallel dazu läuft ein Jugendwettbewerb, der die Auseinandersetzung mit diesem Kapitel deutscher und europäischer Geschichte konkret bei uns vor Ort fördern soll.
Den Blick auf 25 Jahre friedliche Revolution greifen insbesondere die Gedenkstätten für die Zeit von 1945 bis 1989 in ihren Veranstaltungen im Jahr 2014 auf. Unabhängig von solchen Vorhaben im Gedenkjahr 2014 bieten sowohl die Gedenkstätten als auch die Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen verschiedene Führungen und Projekttage an, die sich insbesondere mit dem Themenkreis friedliche Revolution und Mauerfall/Ende des Grenzregimes befassen. Auch die Stiftung Aufarbeitung und die Bundeszentrale für politische Bildung halten zahlreiche Materialien für den Unterricht bereit.

Kultusminister Dorgerloh: „Geschichte kann man sicher nicht bewältigen. Aber wir können aus ihr lernen und unsere Schlüsse für die Zukunft ziehen. Ein lebendiger Geschichtsunterricht auch an außerschulischen Lernorten kann wesentlich mit dazu beitragen.“

Link zum Jugendwettbewerb

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Ausschnitt aus der "Volksstimme" am9.1.2014
Ausschnitt aus der “Volksstimme” am9.1.2014