Unsere weltwärts-Freiwillige Ebru erzählt von ihren Freunden in Ghana und Covid-19

Die Covid-19 Pandemie friert die ganze Welt ein. Das Wochenende nach unserer Ausreise wurden die ghanaischen Grenzen geschlossen und 1-2 Wochen später verordnete der Präsident Ghanas ein bundesweites Lock Down. Das bedeutete für meine Einsatzstelle Act for Change wie für alle anderen Einrichtungen, Bildungs- und Jugendzentren Veranstaltungen abzusagen und das Jamestown Community Center mit den beteiligten NGOs vorerst zu schließen.

Ende Dezember begann AfC die Vorbereitungen für das jährliche Jamestown Arts Festival im April, das leider auch abgesagt werden musste sowie der bevorstehende Rural Exchange im Mai.

Die lebendige Hauptstadt Accra war dazu gezwungen zu entschleunigen. Es ist unvorstellbar, dass große Marktplätze kaum belebt sind und der Verkehr eingestellt wurde.

Mein Mentor und AfC Projektmanager Samuel schlug vor eine online Serie über kontrazeptive Verhütungsmethoden in den sozialen Medien zu veröffentlichen. Mitarbeiter und lokale Freiwillige wurden gebeten aufklärende Videos über die Anti-Baby-Pille, den Hormonring, die Kupfer-/Hormonspirale etc. aufzunehmen. Somit wurde der persönlich Kontakt vermieden und trotzdem die Bildungsarbeit online fortgesetzt.

Wie die Mehrheit der Weltbevölkerung sind auch Freund*innen in Ghana in prekärer finanzieller Situation. Entweder hat die Arbeitsstelle geschlossen oder der Dienst, den sie üblicherweise leisten, ist nicht gefragt. Routinen waren keine Routinen mehr und Corona ermöglichte es sich intensiv mit sich selbst und/oder Familienangehörigen auszusetzen.

Studierende Freund*innen nehmen online an Universitätskursen teil. Wohingegen die Pandemie Schüler*innen unbeschäftigt lässt und sie negativ in ihrer Bildungsentwicklung beeinflusst. Seit Anfang Juni haben Schulen in Ghana für Abschlussklassen wieder geöffnet.

Zudem besuchten lokale NGOs währende des Lock Downs Communities in Accra, um über Covid-19 aufzuklären und versorgten sie mit Lebensmitteln.

Inzwischen ist das Center unter beschränkenden Maßnahmen geöffnet und die Projekte können fortgesetzt werden. Der Alltag von Freund*innen kehrt langsam wieder ein und Situationen, die selbstverständlich galten, werden bewusster wahrgenommen.