Online Barcamp
Was braucht eine jugendgerechte Kulturelle Bildung in der (post-)digitalen Gesellschaft?
Gemeinsam mit der Bildungswissenschaftlerin und Pädagogin Nele Hirsch vom eBildungslabor.
Kostenfreie Veranstaltung für Fachkräfte und Interessierte der Kulturellen Jugendbildung aus Sachsen-Anhalt.
In einer Zeit, in der on- und offline für Jugendliche und junge Erwachsene wie selbstverständlich miteinander verbunden sind, halten wir es für wichtig, zu überlegen, wie Kunst und Kultur die Digitalisierung und die digitale Transformation unserer Gesellschaft aktiv mitgestalten, entwickeln und beeinflussen können.
Wir glauben: Um Jugendliche und junge Erwachsene in unserer postdigitalen Gesellschaft bei ihrer Persönlichkeitsbildung begleiten zu können, braucht es hybride Möglichkeitsräume, innovative Konzepte und erprobte Methoden. Angebote, die die jungen Menschen und ihre Erfahrungen, Interessen und Lebenswirklichkeiten niederschwellig miteinbeziehen und sowohl Potenziale als auch Risiken der postdigitalen Gesellschaft in den Blick nehmen.
Wir haben uns für eine Umsetzung des Barcamp-Prinzips in zwei Teilen entschieden:
- Der erste Termin ist ein 'richtiges' Barcamp mit mehreren Sessions-Slots über je 45 Minuten über einen halben Tag
- Der zweite Termin ist ein 'Mini-Barcamp' am Abend. Hier soll es vor allem darum gehen, aufgekommene Fragen zu klären, bestimmte Themen zu vertiefen und zu konkreten Verabredungen zu kommen. Dazu wird es sehr kurze Sessions mit rund 15 Minuten Dauer geben, um in einer Art 'Speeddating' mit möglichst vielen Menschen zum Abschluss ins Gespräch zu kommen.
Zielgruppe
Multiplikator*innen, Kulturpädagog*innen, Vereine, Verbände, kommunale Einrichtungen und andere Interessierte aus Sachsen-Anhalt
Wann & Wo
Das Barcamp findet online statt:
17. April, 10:00 – 15:00
23. April, 19:00 – 21:00
Kontakt Deine Ansprechpersonen:
Nadia Boltes & Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:11.0pt; font-family:"Calibri",sans-serif; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi; mso-fareast-language:EN-US;}
Laura Wagenbrett
Die «Servicestelle digitale kulturelle Bildung» ist ein Programm der .lkj) Sachsen-Anhalt und wird gefördert von Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
des Landes Sachsen-Anhalt.
Aktuelles aus dem Projekt
Ausschreibung Referent*innenpool
U18-Wahl Lokal
Wie soll Sachsen-Anhalt für junge Menschen aussehen? Mehr Orte zum Treffen? Mehr Kultur? Bessere Busverbindungen? Oder etwas ganz anderes?
Die U18-Wahl ist deine Chance, Haltung zu zeigen, deine Meinung sichtbar zu machen und mit anderen ins Gespräch zu kommen. Denn Demokratie lebt davon, dass Menschen ihre Perspektiven einbringen.
📅 26.–28.08.2026
🕙 10:00–17:00 Uhr
📍 .lkj) Sachsen-Anhalt
Komm vorbei. Gib deine Stimme ab. Gestalte mit. 🗳️💜
Deine Stimme! Dein Recht!
Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt koordiniert auch im Jahr 2026 die U18-Landtagswahl. Bei der U18-Wahl können alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren in Sachsen-Anhalt wählen gehen. Was genau die U18-Wahl ist, wird hier noch einmal von dem Jugendclub Thomas Müntzer aus Dessau-Roßlau erklärt.
Über uns: „U18-Wahl“ ist ein aufregendes Projekt, das junge Menschen unter 18 Jahren in Sachsen-Anhalt dazu einlädt, sich realitätsnah an demokratischen Prozessen auszuprobieren. Wir glauben fest daran, dass es nie zu früh ist, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen und seine eigene Meinung zu bilden.
Unsere Mission: Unser Hauptziel ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Interessen und Anliegen auszudrücken und sich aktiv mit politischen Prozessen auseinander zu setzen. Wir organisieren die U18-Landtagswahl (24.-28.08.26), bei der junge Menschen schon vor der Landtagswahl im September 2026 ihre Stimme abgeben können. Jede Meinung zählt, und wir wollen sicherstellen, dass sie gehört wird! Schon in den letzten Jahren gab es regelmäßig Wahlen für junge Menschen.
Stellenausschreibung Minijob »Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung«
Die .lkj) – Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. sucht zum 01.10.2026 eine*n Mitarbeiter*in für die »Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung« auf Minijob-Basis.
Über die .lkj) Sachsen-Anhalt:
Die .lkj) Sachsen-Anhalt ist der Dachverband für Kinder- und Jugendkultur aller Sparten mit rund 40 Mitgliedsorganisationen aus Verbänden und Vereinen in Sachsen-Anhalt. Sie fungiert als Bindeglied zwischen Kultur, Bildung, bürgerschaftlichem Engagement und sozialer Arbeit.
Die »Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung« ist eine Anlaufstelle für alle, die im Bereich der digitalen Kulturellen Bildung tätig sind – oder tätig werden wollen. Sie ist einerseits eine Plattform zum Austausch und zur Fortbildung von Kulturakteur*innen in Sachsen-Anhalt. Andererseits werden neue Methoden entwickelt, getestet und zur Verfügung gestellt. Es entsteht eine Methodenwebseite mit einer Mediathek erprobter Methoden der digitalen Kulturellen Bildung, die für alle kostenfrei zugänglich ist.
Junge, kreative Köpfe ausgezeichnet: 29. Kinder- und...
Unter dem Motto »Mach doch!« hat die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der .lkj) Sachsen-Anhalt bereits zum 29. Mal kreative Köpfe und junge Talente dazu aufgerufen, ihre Werke beim Kinder- und Jugend-Kultur-Preis des Landes Sachsen-Anhalt einzureichen. In diesem Jahr beteiligten sich mehr als 800 Kinder und Jugendliche mit 99 Werken. Elf Beiträge wurden am Freitag im Bauhausgebäude in Dessau-Roßlau ausgezeichnet. Die Preise, die von dem Staatssekretär für Kultur Dr. Sebastian Putz überreicht wurden, waren mit insgesamt 6.500 Euro dotiert.
„Kinder und Jugendliche stellen die Fragen, die uns zum Nachdenken bringen. Sie entdecken die Möglichkeiten, die wir oft übersehen. Darin liegt eine Kreativität, die unsere Gemeinschaft stärkt und Sachsen-Anhalt voranbringt“, betont Dr. Sebastian Putz, Staatssekretär für Kultur. Insgesamt wurden elf Preise vergeben: Neben den drei Hauptpreisen erhielten die Teilnehmenden zwei Förderpreise, einen Sonderpreis der Kinder- und Jugendjury sowie fünf Anerkennungspreise.
Mit dem ersten Preis in Höhe von 2.000 Euro wurde die Initiative „So Sehe Das Ich“ von Rostislav Kulikov ausgezeichnet. Der 18-Jährige rief gemeinsam mit seinem Team eine hybride Plattform ins Leben, die jungen Künstler*innen in Halle eine Bühne bietet. Auf der Webseite www.so-sehe-das-ich.vercel.app können sich Kunstschaffende mit wenigen Klicks für Ausstellungen anmelden und ihre Werke präsentieren. „In beeindruckender Eigeninitiative und organisatorischer Leistung entwickelt und realisiert die Gruppe Ausstellungen sowie begleitende Veranstaltungen, die darauf abzielen, bestehende Barrieren im oft elitären Kunstbetrieb abzubauen. Gerade für junge Menschen ohne etabliertes Netzwerk schaffen sie damit konkrete Zugänge und Sichtbarkeit“, so die Jury, die gleichzeitig das hohe Niveau der Initiative würdigte.
Den mit 1.500 Euro dotierten zweiten Preis gewann die Magdeburgerin Tamaya Jasmin Martinez Bürger. Ihr Werk „Eine Reise durch Munay“ vereint literarische Texte, detailreiche Illustrationen und eigene Partituren. Mit viel Fantasie, philosophischen Gedankengängen, aber auch realistischen Leitplanken gelingt es ihr, ihr Publikum in eine andere Welt zu führen. „Ab einem bestimmten Moment war diese fiktive Welt so rund und in sich logisch, dass ich jetzt das Gefühl habe, die Geschichten würden sich von selbst schreiben“, sagt die 19 Jahre alte Preisträgerin über den Entwicklungsprozess.
Der dritte Preis in Höhe von 1.000 Euro ging an Paul Swigulski. In seinem Song „Junge aus der Stadt“ berichtet der 17-jährige Magdeburger eindringlich und mit erzählerischem Feingefühl von einer Begegnung mit einem Menschen, dessen Geschichte ihn nachhaltig geprägt hat. „Junge aus der Stadt“ richtet sich an all jene, die im Alltag zu kämpfen haben, sich allein fühlen oder nach Auswegen suchen. „Der Song erinnert daran, wie wichtig es ist, hinzusehen, zuzuhören und füreinander da zu sein – denn Aufmerksamkeit und Empathie können im richtigen Moment entscheidend sein“, so die Jury, die neben der klaren Haltung auch die künstlerische Reife des Musikers und die Qualität des Werks hervorhob.
Den ersten von zwei Förderpreisen im Wert von 500 Euro erhielt die Theatergruppe Drams’n’roses des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Sangerhausen für ihr Stück „Countdown – eine Szenencollage“. In ihrer Inszenierung thematisieren die 30 Mitglieder persönliche Erfahrungen mit psychischen Belastungen, Ausgrenzung und Diskriminierung. Die Jury würdigte nicht nur den Mut, persönliche Erlebnisse auf die Bühne zu bringen, sondern auch das gelungene Zusammenspiel der ästhetischen Mittel und den Versuch, mit den Zuschauer*innen in den Dialog zu gehen. Hierdurch sei es gelungen, eine besondere Nähe zum Publikum zu erzeugen.
Vor diesem Hintergrund diskutierten die Teilnehmerinnen, welche Angebote und Strukturen sie sich wünschen würden. Genannt wurden unter anderem eine mehrsprachige Bibliothek, Begegnungsräume, Beratungsangebote für Gründerinnen, ein Kunstatelier, Bewegungsangebote, Kinderbetreuung sowie Räume für gemeinsame Projekte, Kurse und Workshops.
Dabei zeigte sich, dass viele der Frauen ähnliche Bedarfe sehen und bereits konkrete Vorstellungen davon haben, was in Magdeburg fehlen könnte. Neben der Sammlung von Ideen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen auch mit der Frage, welche Kooperationspartnerinnen und -partner, Anlaufstellen und weiteren Akteurinnen und Akteure für die praktische Umsetzung solcher Vorhaben relevant wären.
Wichtig war dabei ein gemeinsames Verständnis: Es geht nicht um die Entwicklung eines Angebots für Frauen, sondern um einen offenen Prozess, in dem Frauen ihre Ideen, Kompetenzen und Erfahrungen selbst einbringen und mitgestalten.
Welche konkreten Strukturen oder Projekte daraus entstehen werden, ist derzeit noch offen. Die Gespräche haben jedoch gezeigt, dass sowohl Bedarf als auch Bereitschaft vorhanden sind, neue Wege der Zusammenarbeit und Vernetzung zu entwickeln.
Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg wird die zweitägige Veranstaltung „Unseren Stimmen einen Raum geben“ am 08. und 09. Oktober sein. Vertreterinnen des Begegnungs- und Fortbildungszentrums muslimischer Frauen aus Köln werden dort gemeinsam mit lokalen Akteurinnen ihre Erfahrungen teilen und Impulse für die weitere Entwicklung in Magdeburg geben.
Die Veranstaltung wird gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, das Land Sachsen-Anhalt sowie die Landeshauptstadt Magdeburg.
Das nächste Vorbereitungstreffen findet am 02. Juli statt. Interessierte Frauen sind herzlich eingeladen, sich einzubringen und den Prozess mitzugestalten.
Zukunft gestalten durch Dialog: Die .lkj) Sachsen-Anhalt...
Zwei Tage voller Debatten, Begegnungen und neuer Perspektiven liegen hinter uns. Beim Zukunftsfestival am 12. und 13. Juni im Volkspark Halle (Saale) kamen Menschen aus Politik, Kultur, Medien und Zivilgesellschaft zusammen, um über die Zukunft unseres Zusammenlebens ins Gespräch zu kommen. Für die .lkj) Sachsen-Anhalt bot das Festival die Gelegenheit, spannende Impulse mitzunehmen, neue Kontakte zu knüpfen und aktuelle gesellschaftliche Debatten aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erleben.
Unter dem Motto „Streit & Zuversicht“ wurde deutlich: Demokratie lebt vom Austausch. Dabei ging es nicht nur um die großen Fragen unserer Zeit, sondern auch darum, wie wir vor Ort Verantwortung übernehmen, Beteiligung stärken und gesellschaftlichen Zusammenhalt gestalten können.
Zu den Highlights des Festivals gehörte für uns die Unterhausdebatte „Wie gerecht ist Deutschland?“, die von den Franckeschen Stiftungen und der Kulturstiftung des Bundes veranstaltet wurde. Das Format schuf Raum für kontroverse Positionen und machte sichtbar, wie wichtig es ist, unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen miteinander ins Gespräch zu bringen.
Auch die Kultur spielte eine zentrale Rolle. Im Podiumsgespräch „Streit, eine Kunst“ diskutierten Rainer Robra, Katarzyna Wielga-Skolimowska, Niclas Lange und Björn Lengwenus über die Bedeutung von Kunst und Kultureller Bildung für gesellschaftlichen Dialog und demokratische Aushandlungsprozesse. Dabei wurde deutlich, dass kulturelle Räume wichtige Orte sind, um unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und Verständigung zu fördern.

Was sind die verbindenden Anliegen & die gemeinsame Motivation für die Zusammenarbeit?
Großes Interesse weckte auch das Zukunftswege Ost-Panel „Kooperation braucht Kontroverse – gemeinsam starke Regionen gestalten“. Hier diskutierten Akteur*innen aus verschiedenen Regionen Ostdeutschlands darüber, wie Zusammenarbeit gelingen kann und warum produktive Auseinandersetzungen oft Voraussetzung für nachhaltige Entwicklungen sind.
Ein weiterer Höhepunkt war das Debattenformat „Streit & Zuversicht“ der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und Holtzbrinck Berlin. Auf dem Podium diskutierten Bildungsminister Jan Riedel, Staatsministerin und Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser, die Journalistin Marieke Reimann, die Intendantin Amelie Deuflhard sowie Alicja Orlow über gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Kultur und die Frage, wie wir trotz unterschiedlicher Positionen miteinander im Gespräch bleiben können. Die Diskussion machte deutlich, dass demokratische Prozesse vom respektvollen Streit ebenso leben wie von der Bereitschaft, gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.

Besonders inspirierend war auch die Paneldiskussion „Jung, ostdeutsch, engagiert“ mit mit den Influencer*innen wie Luna Möbius, Maximal Demokratisch und Luca Phillip Piwodda. Junge Stimmen aus Ostdeutschland berichteten von ihren Erfahrungen, ihrem Engagement und ihren Vorstellungen für die Zukunft ihrer Regionen. Die Offenheit, mit der Herausforderungen angesprochen wurden, und die Vielfalt der Perspektiven machten deutlich, wie wichtig junge Menschen für die Gestaltung gesellschaftlicher Entwicklungen sind.
Mit dem Live-Podcast „Machtwechsel“ bot das Festival zudem einen spannenden Blick auf politische Dynamiken und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander diskutierten aktuelle politische Fragen und gaben Einblicke in ihre journalistische Arbeit.
Ein besonderer Moment war die feierliche Verleihung des 23. JugendEngagementPreises. Die ausgezeichneten Projekte machten eindrucksvoll sichtbar, wie vielfältig sich junge Menschen in Sachsen-Anhalt für ihre Mitmenschen, ihre Gemeinden und eine demokratische Gesellschaft einsetzen. Die Preisverleihung setzte damit ein starkes Zeichen für Jugendengagement und Beteiligung.
Neben den zahlreichen Programmpunkten waren es jedoch vor allem die Begegnungen zwischen den Veranstaltungen, die in Erinnerung bleiben. Gespräche auf den Fluren, neue Bekanntschaften, spontane Diskussionen und der Austausch mit Engagierten aus ganz Ostdeutschland machten das Festival zu einem lebendigen Ort der Vernetzung.
Wir nehmen viele neue Impulse, spannende Kontakte und eine große Portion Zuversicht mit zurück in unseren Arbeitsalltag. Das Zukunftsfestival hat einmal mehr gezeigt: Zukunft entsteht dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, einander zuhören, unterschiedliche Perspektiven aushalten und gemeinsam weiterdenken.
Kulturelle Bildung braucht starke Strukturen
Auf Einladung von Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra kamen am 11.6.2026 rund 70 Vertreter*innen der Kulturlandschaft Sachsen-Anhalts in der Staatskanzlei zusammen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die kulturpolitischen Entwicklungen der vergangenen fünf Jahre, die Vorstellung des Kulturförderberichts 2021–2026 sowie die Perspektiven für die Zukunft des Kulturlandes Sachsen-Anhalt.
„Kultur prägt Identität, schafft gesellschaftlichen Zusammenhalt und stärkt die Attraktivität Sachsen-Anhalts. Die Landesregierung hat in den vergangenen fünf Jahren konsequent daran gearbeitet, die Sichtbarkeit der Kultur zu erhöhen, Förderstrukturen weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit über Ressortgrenzen hinweg zu stärken“, erklärte Robra.
Robra stellte den Anwesenden auch den Kulturförderbericht 2021–2026 vor, mit dem die kulturpolitische Entwicklung noch einmal umfassend dokumentiert wird. Der Kulturförderbericht steht online zur Verfügung: https://kultur.sachsen-anhalt.de/ministerium/publikationen-reden
Für die .lkj) Sachsen-Anhalt nahm unsere Kollegin Nadia Boltes an der Gesprächsrunde teil und brachte die Perspektive der Kulturellen Bildung in die Debatte ein. In ihrem Statement machte sie deutlich, warum verlässliche kulturelle Infrastruktur, langfristige Förderstrukturen und starke Netzwerke unverzichtbar sind, wenn Kinder und Jugendliche auch künftig kulturelle Teilhabe, Persönlichkeitsentwicklung und demokratische Mitgestaltung erfahren sollen.
Das vollständige Statement dokumentieren wir nachfolgend.
Kulturelle Bildung braucht starke Strukturen für die Zukunft junger Menschen in Sachsen-Anhalt
Wenn wir über Kultur sprechen, sprechen wir häufig über das, was sichtbar ist: über Theateraufführungen, Konzerte, Festivals, Ausstellungen und Projekte. Doch jedes Haus braucht ein Tragwerk. Etwas, das verbindet, Lasten trägt und Stabilität gibt. Ohne dieses Tragwerk bleiben auch die schönsten Räume nicht dauerhaft bestehen. Für uns ist das eine passende Beschreibung der kulturellen Infrastruktur in Sachsen-Anhalt.
Das Kulturfördergesetz und die Diskussion über die finanziellen Rahmenbedingungen der kommenden Jahre betreffen deshalb nicht nur einzelne Einrichtungen oder Förderlinien. Sie betreffen die Frage, welches Tragwerk wir für die Kultur unseres Landes langfristig erhalten und stärken wollen.
An dieser Stelle möchten wir ausdrücklich anerkennen, dass das Kulturministerium die kulturelle Kinder- und Jugendbildung in den vergangenen Jahren verlässlich unterstützt hat. Die gewachsene institutionelle Förderung hat uns ermöglicht, tragfähige Strukturen aufzubauen, neue Herausforderungen aufzugreifen, Fachkräfte zu stärken und Kulturakteur*innen im gesamten Land zu begleiten und miteinander zu vernetzen. So konnte die .lkj) Sachsen-Anhalt ihre Rolle als landesweite Fachstelle und Partnerin für die kulturelle Kinder- und Jugendbildung nachhaltig weiterentwickeln.
Unsere Aufgabe ist es dabei nicht, selbst im Mittelpunkt zu stehen. Wir unterstützen diejenigen, die jeden Tag mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Wir begleiten die Freiwilligendienste Kultur und Bildung, beraten zu Fördermitteln, koordinieren den Kinder- und Jugend-Kultur-Preis Sachsen-Anhalt, qualifizieren Fachkräfte und vernetzen Akteur*innen aller Sparten. Unsere Arbeit kommt Theatern, Museen, Bibliotheken, Musikschulen, Jugendkunstschulen, Vereinen, soziokulturellen Zentren und freien Trägern zugute – insbesondere dort, wo kulturelle Teilhabe nicht selbstverständlich zugänglich ist.
Die Frage, die uns heute beschäftigen sollte, lautet: Welche Erfahrungen brauchen Kinder und Jugendliche, um ihren Platz in einer immer komplexeren Welt zu finden?
Sie brauchen Erfahrungen von Selbstwirksamkeit. Die Erfahrung, dass aus einer eigenen Idee etwas entstehen kann. Dass ihre Stimme gehört wird. Dass unterschiedliche Menschen gemeinsam etwas gestalten können. Sie brauchen Räume, in denen sie ausprobieren, scheitern, neu beginnen und Verantwortung übernehmen dürfen. Räume, in denen sie lernen, andere Perspektiven auszuhalten, Konflikte auszuhandeln und ihre eigene Haltung zu entwickeln.
Genau diese Erfahrungen ermöglicht Kulturelle Bildung. Wenn junge Menschen auf einer Bühne stehen, eine Ausstellung gestalten, Musik machen, einen Film produzieren oder ein eigenes Projekt entwickeln, lernen sie weit mehr als eine künstlerische Technik. Sie lernen, sich auszudrücken, zuzuhören, zusammenzuarbeiten und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Sie erleben, dass sie ihre Umwelt mitgestalten können.
Diese Erfahrungen werden wichtiger denn je. Viele Kinder und Jugendliche wachsen in Regionen auf, die von Abwanderung und dem Rückgang sozialer und kultureller Infrastruktur geprägt sind. Kinderarmut und ungleiche Bildungschancen begrenzen oftmals die Möglichkeiten zur Teilhabe. Gleichzeitig erleben junge Menschen eine Welt, die von permanenter Veränderung geprägt ist: Künstliche Intelligenz verändert Lern- und Arbeitswelten, soziale Medien beschleunigen die Verbreitung von Informationen und Desinformation, gesellschaftliche Debatten werden härter und Polarisierung nimmt zu.
In einer solchen Zeit reicht Wissensvermittlung allein nicht aus. Junge Menschen brauchen Orientierung, Resilienz, Kreativität und die Fähigkeit, kritisch zu denken. Sie brauchen Orte, an denen sie Demokratie nicht nur erklärt bekommen, sondern erleben können. Orte, an denen sie erfahren, dass sie selbst etwas bewirken können.
Genau deshalb ist Kulturelle Bildung keine freiwillige Ergänzung unseres Bildungssystems und keine Nebensache der Kulturpolitik. Sie ist eine Investition in die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen, in gesellschaftlichen Zusammenhalt und in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.
Umso größer ist unsere Sorge angesichts der politischen Debatten der vergangenen Jahre. In den letzten Haushaltsverhandlungen wurde beantragt, die Förderung der .lkj) Sachsen-Anhalt vollständig zu streichen. Ein solcher Schritt würde nicht lediglich einen Verband betreffen. Er würde eine landesweite Fach-, Vernetzungs- und Unterstützungsstruktur infrage stellen, die über Jahrzehnte gewachsen ist. Verloren gingen nicht nur Projekte oder Stellen, sondern Fachwissen, Netzwerke, Beratungskompetenz und Unterstützungssysteme, die vielen Akteur*innen in der Fläche zugutekommen.
Strukturen wie diese entstehen nicht in einem Haushaltsjahr. Sie wachsen über viele Jahre durch Vertrauen, Zusammenarbeit und gemeinsame Verantwortung. Werden sie geschwächt, sind sie nur schwer wieder aufzubauen.
Deshalb verbindet sich mit dem Kulturfördergesetz für uns eine zentrale Hoffnung: Dass es nicht nur Kultur fördert, sondern ein klares Bekenntnis dazu abgibt, welche kulturelle Infrastruktur Sachsen-Anhalt für die Zukunft braucht. Und dass wir gemeinsam Wege finden, diese Infrastruktur auch über Wahlperioden und politische Mehrheiten hinweg zu sichern.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht, ob wir uns diese Strukturen leisten können.
Die entscheidende Frage lautet, ob wir es uns leisten können, auf sie zu verzichten.
Wenn wir wollen, dass Kinder und Jugendliche in Sachsen-Anhalt auch künftig Zugang zu kultureller Teilhabe, Persönlichkeitsentwicklung und demokratischer Mitgestaltung haben, dann müssen wir die Tragwerke stärken, die diese Möglichkeiten Tag für Tag im ganzen Land schaffen.
behinderte Menschen in den Freiwilligendiensten Kultur und...
Statement der Kultur und der Bildung in...
Wir stehen im Schulterschluss mit allen, die diese Werte verteidigen. Dies machen wir mit der Unterzeichnung des Statements der Kultur und der Bildung in Sachsen-Anhalt deutlich.
NEWKID e. V. im Interview
Mit dem NEWKID e. V. begrüßen wir ein neues Mitglied in unserem Verband. Der Verein aus Dessau-Roßlau setzt sich dafür ein, jungen Menschen Räume für Kultur, Begegnung und Mitgestaltung zu schaffen – offen, generationenübergreifend und mit viel Eigeninitiative.
NEWKID steht für „Noch Ein Weiterer Klub In Dessau“ – ein Name, der augenzwinkernd auf die Realität verweist: Es gibt eben nicht viele Orte für junge Menschen, an denen Kultur, Austausch und kreative Entfaltung selbstverständlich möglich sind. Genau hier setzt der Verein an.
Mit Veranstaltungen, Workshops, kulturellen Formaten und neuen Ideen schafft NEWKID Freiräume für junge Menschen und Junggebliebene – von DJing über Graffiti bis Breakdance, von Tanzreihen bis hin zu langfristigen Projekten im Bereich kulturelle Bildung, Jugendarbeit und Stadtentwicklung.
Im Interview stellt sich das Team vor und gibt Einblicke in Motivation, Arbeitsweise und aktuelle Themen.
»Wir wollen Räume schaffen, die sonst fehlen – gerade für junge Menschen«
Im Rahmen der 1. Bundesfreiwilligenkonferenz (BFK) vom 9. bis 12. April 2026 in Schöneberg (Rheinland-Pfalz) haben Freiwilligendienstleistende des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) und des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) erstmals gemeinsam ein Positionspapier erarbeitet.
Dieses Papier, am 11. April 2026 beschlossen, markiert den Startpunkt für eine gemeinsame Vertretung der Freiwilligendienst-Leistenden in Deutschland. Die BFK versteht sich als Plattform, um die Anliegen aller Freiwilligen sichtbar zu machen, zu bündeln und an Entscheidungstragende heranzutragen – für ein öffentlichkeitswirksames und gemeinsames Auftreten.

















