Online Barcamp
Was braucht eine jugendgerechte Kulturelle Bildung in der (post-)digitalen Gesellschaft?
Gemeinsam mit der Bildungswissenschaftlerin und Pädagogin Nele Hirsch vom eBildungslabor.
Kostenfreie Veranstaltung für Fachkräfte und Interessierte der Kulturellen Jugendbildung aus Sachsen-Anhalt.
In einer Zeit, in der on- und offline für Jugendliche und junge Erwachsene wie selbstverständlich miteinander verbunden sind, halten wir es für wichtig, zu überlegen, wie Kunst und Kultur die Digitalisierung und die digitale Transformation unserer Gesellschaft aktiv mitgestalten, entwickeln und beeinflussen können.
Wir glauben: Um Jugendliche und junge Erwachsene in unserer postdigitalen Gesellschaft bei ihrer Persönlichkeitsbildung begleiten zu können, braucht es hybride Möglichkeitsräume, innovative Konzepte und erprobte Methoden. Angebote, die die jungen Menschen und ihre Erfahrungen, Interessen und Lebenswirklichkeiten niederschwellig miteinbeziehen und sowohl Potenziale als auch Risiken der postdigitalen Gesellschaft in den Blick nehmen.
Wir haben uns für eine Umsetzung des Barcamp-Prinzips in zwei Teilen entschieden:
- Der erste Termin ist ein 'richtiges' Barcamp mit mehreren Sessions-Slots über je 45 Minuten über einen halben Tag
- Der zweite Termin ist ein 'Mini-Barcamp' am Abend. Hier soll es vor allem darum gehen, aufgekommene Fragen zu klären, bestimmte Themen zu vertiefen und zu konkreten Verabredungen zu kommen. Dazu wird es sehr kurze Sessions mit rund 15 Minuten Dauer geben, um in einer Art 'Speeddating' mit möglichst vielen Menschen zum Abschluss ins Gespräch zu kommen.
Zielgruppe
Multiplikator*innen, Kulturpädagog*innen, Vereine, Verbände, kommunale Einrichtungen und andere Interessierte aus Sachsen-Anhalt
Wann & Wo
Das Barcamp findet online statt:
17. April, 10:00 – 15:00
23. April, 19:00 – 21:00
Kontakt Deine Ansprechpersonen:
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Laura Wagenbrett
Die «Servicestelle digitale kulturelle Bildung» ist ein Programm der .lkj) Sachsen-Anhalt und wird gefördert von Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
des Landes Sachsen-Anhalt.
Aktuelles aus dem Projekt
Schutz statt Verbote: Positionspapier zur kulturellen Medienbildung
Das neue Positionspapier Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) widmet sich dem Thema digitale Teilhabe. Unter dem Titel »Digitale Teilhabe sichern. Kulturelle Medienbildung für und mit jungen Menschen gestalten« will das Papier den Diskurs über Digitalität als gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe befördern. Es betont das Potenzial digitaler Räume als Lernressource sowie Kultur-, Gestaltungs- und Teilhaberaum und zeigt auf, wie kulturelle Medienbildung sowohl für die Praxis als auch für die Politik gewinnbringend gestaltet werden kann. Auch die .lkj) Sachsen-Anhalt brachte ihre Expertise in das Papier ein: Nadia Boltes, stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin der »Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung«, war an der Ausarbeitung beteiligt. Das Positionspapier wird von 55 bundes- und landesweiten Mitgliedsorganisationen des Dachverbandes unterstützt.
Foto: Andi Weiland
Stellenausschreibung Sachbearbeitung Verwaltung »Freiwilligendienst Kultur und Bildung«
Über uns
Die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. ist der Dachverband für Kinder- und Jugendkultur in Sachsen-Anhalt. Sie fungiert als Bindeglied zwischen Kultur, Bildung, bürgerschaftlichem Engagement und Sozialer Arbeit.»Freiwilligendienste Kultur und Bildung«
Die Freiwilligendienste Kultur und Bildung in Sachsen-Anhalt bieten die Chance, sich aktiv in kulturellen und bildungsbezogenen Einrichtungen einzubringen. Ob im FSJ Kultur oder im BFD Kultur und Bildung – Freiwillige sammeln praxisnahe Erfahrungen, entdecken neue Perspektiven und übernehmen Verantwortung in beispielsweise Museen, Theatern, Gedenkstätten, Schulen oder Kulturzentren. Dabei stärken sie nicht nur ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen, sondern gestalten Kultur und Bildung vor Ort engagiert mit. Unsere Freiwilligendienste sind ein Angebot der Bundesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) und von uns als Landesträgerin. Wir suchen ab dem 01.03.2026 eine*n Sachbearbeiter*in (m/w/d) für den Bereich Verwaltung der Freiwilligendienste Kultur und Bildung. Der Stellenumfang beträgt 30 Wochenstunden. Die Stelle ist zunächst bis zum 31.12.2027 befristet, eine Verlängerung wird angestrebt. Die Vergütung erfolgt in Anlehnung an TV-L 9b.8. Netzwerktagung Medienkompetenz Sachsen-Anhalt!
Die Veranstaltung fand im Capitol Halle (Saale) statt, einem ehemaligen Kino aus den 1920er Jahren, das heute als Veranstaltungsort genutzt wird. Nach einer kurzen Begrüßung eröffnete Dr. Oliver Nahm vom Bundesinstitut für Berufsbildung den Tag mit einem inspirierenden Impulsvortrag über Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz. Die Themen reichten von praktischen Alltagsfragen bis hin zu globalen Entwicklungen. Mit einer unterhaltsamen Mischung aus Memes, apokalyptischen Szenarien und Zukunftsvisionen gelang es, einen umfassenden Überblick über aktuelle Trends zu geben und die Teilnehmenden auf den weiteren Verlauf einzustimmen. Der begeisterte Applaus im Anschluss sprach für sich!
Im Anschluss diskutierten Vertreter*innen verschiedener Ministerien sowie weitere Partner*innen in einer Podiumsdiskussion darüber, inwiefern Medienbildung eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe ist und wie Kooperationen verbessert werden können. Ein eher trockenes Thema, aber dennoch sehr aufschlussreich.Nach der Mittagspause im Foyer folgte der praktische Teil. Im Workshop „Medien.Bildung.Kooperativ reloaded“ wurden die Teilnehmenden unter Anleitung eines KI-Chatbots durch mehrere Stationen in Kleingruppen geführt. Dazu gehörten das Drehen eines Stop-Motion-Erklärvideos, die Nutzung von KI per Megaprompt für komplexe Aufgaben sowie das digitale Design und Bedrucken einer Tasche.
Ein herzliches Dankeschön an alle Referent*innen, Workshop-Leitenden und Teilnehmenden für die inspirierenden Begegnungen!
Text: Jonas Blau
Kinder- und Jugend-Kultur-Preis Sachsen-Anhalt startet in eine...
Unter dem Motto »Mach doch!« sucht das Land Sachsen-Anhalt bereits zum 29. Mal kreative Köpfe und junge Talente, die ihre Werke beim Kinder- und Jugend-Kultur-Preis einreichen möchten. Ganz gleich, ob es um Geschichten, Musik, Theater, Film, Tanz, Malerei oder etwas völlig Neues geht – alles ist erlaubt. Hauptsache, es spiegelt die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen wider. Einsendeschluss ist am 1. April 2026.
Mal laut, mal leise, aber immer mutig, echt und einzigartig: Genau das zeichnet die Werke aus, die beim Kinder- und Jugend-Kultur-Preis Sachsen-Anhalt gezeigt werden. Seit 29 Jahren prämieren die Staatskanzlei und das Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt kreative Beiträge, in denen Kinder und Jugendliche gesellschaftliche Themen ausdrucksstark aufgreifen, ihre Perspektiven hör‑ und sichtbar machen sowie Kultur in allen Formen neu denken und erlebbar machen. Auch in diesem Jahr wird der Wettbewerb in Kooperation mit der .lkj) – Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt ausgerichtet.
»Mit dem Kinder- und Jugend-Kultur-Preis möchten wir junge Menschen ermutigen, eigene Wege zu finden, Fragen zu stellen und die Welt mit Fantasie zu gestalten. Kultur lebt vom Mut, Neues auszuprobieren. Mit dem diesjährigen Motto ›Mach doch!‹ laden wir Kinder und Jugendliche in Sachsen-Anhalt dazu ein, ihre Ideen kreativ umzusetzen«, sagt Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra, der auch in diesem Jahr als Schirmherr fungieren wird.
»Kultur macht stark« - DreiRat in Blankenburg...
Der erste Schnee begleitete uns, als wir uns am frühen Morgen auf den Weg nach Blankenburg machten. Auf Einladung des Initiative e. V. kamen wir im Rathaus zusammen, um gemeinsam mit zahlreichen Engagierten aus der Region über das Bundesförderprogramm »Kultur macht stark« zu informieren und uns zu vernetzen.
Begrüßt wurden die 22 Teilnehmenden vom Bürgermeister der Stadt Blankenburg Norman Wegner. Die Vertreter*innen aus Kommune, Schulen, Horten, Jugendclubs, Kitas sowie Kultur- und Heimatvereinen nutzten an diesem Tag die Gelegenheit, mehr über die Fördermöglichkeiten, die Arbeit der Fördermittelberatung der .lkj) Sachsen-Anhalt und das Projekt Resonanzboden // House of Resources zu erfahren.
Ein herzliches Dankeschön geht an Anna Fulton-Schwindack vom Dachverein Reichenstraße e. V. in Quedlinburg, die eindrucksvoll zeigte, was in theaterpädagogischen Projekten vor Ort möglich ist – echtes Engagement mit Herz!
Die Begeisterung, mit der Partner*innen vor Ort kulturelle Bildung im ländlichen Raum gestalten, ist einfach ansteckend. Danke an alle, die dabei waren – und besonders an Mirjam Dahl Pedersen für die Einladung nach Blankenburg!
Open Brush: Virtuelle Realität als ästhetischer Erfahrungsraum
Ein Pinselstrich, der sich durch die Luft zieht, ein Kreis aus Licht, der den eigenen Körper umschließt – und plötzlich steht man mitten im Bild. Wer Open Brush nutzt, malt nicht auf einer Fläche, sondern im Raum. Das wirkt zunächst wie ein Spiel, entpuppt sich aber als intensiver künstlerischer Prozess: Sehen, Fühlen und Gestalten verschmelzen zu einer unmittelbaren Erfahrung.
Die neue Methode Räume erobern mit Open Brush der Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung lädt dazu ein, utopisch zu denken und Visionen für kinder- und jugendgerechte Orte zu entwerfen. Beim Fachtag „Vernetzen, Verändern, Gestalten – Kulturelle Bildung trifft Soziale Arbeit“ der Franckeschen Stiftungen in Halle wurde die Methode mit Fachkräften praktisch erprobt. Ziel war es, digitale Werkzeuge als Mittel ästhetischer Bildung zu untersuchen – jenseits von Effekten oder Technikfaszination. Open Brush ist eine frei verfügbare Open-Source-Anwendung, die auf Googles Tilt Brush aufbaut. Mit VR-Brille und Controllern lassen sich Linien, Flächen und Lichtspuren dreidimensional in den Raum zeichnen.
Die ersten Minuten gehörten dem Staunen. Danach begann die eigentliche Arbeit: Wie wollen wir Räume gestalten, in denen wir uns bewegen – physisch, sozial, symbolisch? Was bedeutet es, Raum zu teilen, ihn mit anderen auszuhandeln? Wie würde ein Ort aussehen, an dem du dich entspannen, kreativ entfalten, lernen, bewegen oder einfach mit anderen zusammen sein kannst?
Die Methode setzt bewusst auf Aufgaben, die Haltung erfordern: einen Raum der Geborgenheit entwerfen, einen Wohlfühlort gestalten, eine Stimmung begehbar machen. In diesen Momenten entsteht der Übergang vom digitalen Experiment zum künstlerischen Denken. Open Brush erweitert ästhetische Praxis, weil es Raum als gestaltbares Medium begreifbar macht. Perspektive ist kein abstrakter Begriff, sondern eine körperliche Erfahrung. Wer zeichnet, bewegt sich – und erfährt unmittelbar, dass Wahrnehmung vom Standpunkt abhängt. Damit öffnet sich ein Zugang zu Themen, die in der kulturellen Bildungsarbeit zentral sind: Teilhabe, Ausdruck, Selbstwahrnehmung.
Gerade in der Verbindung von kultureller Bildung und sozialer Arbeit eröffnet das Potenziale. Gerade für junge Menschen, die selten Einfluss auf ihre Umgebung nehmen können, entsteht so ein niedrigschwelliger Zugang zu Mitgestaltung und Ausdruck. Teilnehmende können hier eigene Räume erschaffen – sichtbar und begehbar. Der digitale Raum wird so zum Resonanzraum, in dem Wahrnehmung geschärft und Gestaltung bewusster wird.
Trotz der Begeisterung beim Fachtag blieb Skepsis erlaubt – und notwendig. Die Methode erfordert Technik und Betreuung und eignet sich nicht für jede Gruppe. Manche reagieren empfindlich auf Sinnesreize. Nicht jede Einrichtung kann sich die Anschaffung finanziell leisten. Vielerorts können VR-Brillen jedoch ausgeliehen werden, etwa über Medienzentren oder Bildungsträger.
Unterstützung bietet die Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung der .lkj) Sachsen-Anhalt, ein vom Land Sachsen-Anhalt gefördertes Programm. Auf ihrer Methodenseite stellt der Dachverband diese und weitere erprobte Methoden als ausführliche, kostenfrei zugängliche Anleitungen mit Materialien und Praxisbeispielen bereit.
Bundesweites Vernetzungstreffen der Houses of Resources in...
Mittwoch, 17.09.2025, 12:30 Uhr, Seminarraum 2.12, Brandenburger Str. 9.
Wir sitzen beim Mittagessen. Die Sonne scheint durch die Fenster, die Mikrowelle summt und klingelt gelegentlich, die Spülmaschine öffnet hin und wieder ihren Rachen, und im Besteckkasten klappert es. Letzte Absprachen, Tischgespräche, Lachen … Eigentlich hatten wir mit einem anstrengenden finalen Vorbereitungstag gerechnet, doch irgendwie will sich der Stress nicht einstellen. Die Tür steht offen, eine angenehme Ruhe liegt im Raum – und dann: Was für ein schönes Wiedersehen! Die erste Kollegin aus dem HoR-Bundesnetzwerk trifft ein.
Im September war das House of Resources Magdeburg – in Kooperation mit dem House of Resources Brandenburg – Gastgeber des diesjährigen bundesweiten Netzwerktreffens. Rund 45 Kolleg*innen aus ganz Deutschland kamen zusammen – und das im besonderen Ambiente des Forum Gestaltung, wo die .lkj) Sachsen-Anhalt als Trägerin des HoR Magdeburg ansässig ist.
Zwei Tage voller Input und Begegnungen
Schon am ersten Tag ging es mit zwei Fortbildungen direkt in die Tiefe.
Mut zur Haltung »Rechtssicherheit und politische Betätigung für post-/migrantische Organisationen«: Luise Bublitz von der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) zeigte, wie Vereine und Initiativen ihren Handlungsspielraum rechtssicher nutzen können – gerade dann, wenn sie in politisch kontroversen Zeiten Position beziehen.
Neue Wege der Kooperation »Vernetzung – praktisch und ressourcenorientiert gedacht«: Mit spannenden Methoden lud Zukunftsforscherin und Coach Franziska Schönfeld dazu ein, die eigene Vernetzungsarbeit einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten.
Beide Fortbildungen sorgten für neue Erkenntnisse, einige Aha-Momente und lebendige Diskussionen.
Austausch auf Augenhöhe
Am zweiten Tag standen der kollegiale Austausch und das gemeinsame Agieren als House of Resources Bundesnetzwerk im Mittelpunkt. An drei Thementischen wurden die Schwerpunkte des Vorjahres erneut aufgegriffen – von praktischen Herausforderungen über gemeinsame Strategien bis hin zur Frage, wie die Vielfalt der Häuser künftig noch besser genutzt werden kann.
Das Besondere: Alle brachten ihre Erfahrungen ein, und genau darin lag die Stärke dieses Treffens – zuhören, teilen, voneinander lernen.
Kollegiales Miteinander im Forum Gestaltung
Das Forum Gestaltung bot dafür den idealen Rahmen. Die Räume vermitteln einen Hauch von Geschichte und Kreativität – ein inspirierender Ort, um Ideen entstehen zu lassen und als bundesweites Netzwerk zusammenzuwachsen. Neben dem inhaltlichen Programm war es vor allem das kollegiale Miteinander, das die beiden Tage so besonders machte: beim Kaffee zwischendurch oder beim gemeinsamen Essen.
Bericht vom Besuch der Konferenz »RE:CONNECT –...
Wie kann Kulturarbeit Spaltung überwinden, Menschen verbinden und demokratische Werte stärken? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Konferenz RE:CONNECT des Fonds Soziokultur. Wir waren dabei im Garagen-Campus der Kulturhauptstadt Europas 2025 in Chemnitz – und nahmen viele Eindrücke, kritische Gedanken und vor allem Dankbarkeit für das Engagement in Magdeburg mit.
Im September hatten wir die Gelegenheit, an der Konferenz RE:CONNECT / Kulturelle Strategien für den Zusammenhalt des Fonds Soziokultur teilzunehmen. Die Konferenz widmete sich zentralen Fragen unserer Zeit: Wie kann Kulturarbeit dazu beitragen, gesellschaftlicher Spaltung und Hetze entgegenzuwirken? Wie gelingt es, Menschen wieder miteinander zu verbinden und demokratische Werte zu leben? Wie schaffen wir Orte der Begegnung, der Empathie und des produktiven Dialogs? Welche praktische und politische Arbeit braucht es – und welche Partnerschaften stärken unser gemeinsames Wirken?
In einem Impulsvortrag beleuchtete Dr. Ulf Bohrmann, Soziologe an der TU Chemnitz, Kultur als Transformationsmotor aus gesellschaftstheoretischer Perspektive. Er stellte sechs Strategien der Demokratisierung durch Kultur vor, darunter das Darstellen von Demokratie: kulturelle Projekte ermöglichen es, „Freiheit und Gleichheit in Aktion“ zu erleben und ein breites Publikum niedrigschwellig und emotional anzusprechen. Zentral ist für ihn dabei die Idee, dass Demokratie kein statisches Konstrukt ist, sondern immer vor der Herausforderung aktiver Gestaltung steht. Dabei betonte er das Prinzip des „Demokratie Erfindens“: Alltagstaugliche, lebensnahe oder neue, utopische Ideen für gesellschaftliches Zusammenleben entstehen selten in politischen Institutionen, sondern im kreativen Feld der Kulturarbeit.
Besonders bereichernd war der Workshop »Lokales Engagement durch Design Anthropologie« der niederländischen Gruppe Ruimtekoers. Der Workshop machte auch zahlreiche thematische Schnittstellen zu unserer Arbeit im House of Resources Magdeburg deutlich. Die methodische Auseinandersetzung mit lokalen Kontexten und das gemeinsame Gestalten von Orten des Austauschs und der Begegnung spiegelten sehr anschaulich wider, was wir als House of Resources in Magdeburg täglich gemeinsam mit unseren Partner*innen praktizieren.
Gleichzeitig waren jedoch auch berechtigte, kritische und warnende Stimmen zu hören: Kulturelle Strategien und die Arbeit kultureller Projektakteur*innen sind zweifellos wichtige Faktoren, um gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und Vielfalt sichtbar zu machen. Doch allein können sie den spürbaren Rechtsruck in unserer Gesellschaft nicht aufhalten. Umso wichtiger ist es, dass zivilgesellschaftliche Akteur*innen, die sich für eine offene und vielfältige Gemeinschaft engagieren, nicht nur symbolische Anerkennung erfahren, sondern auch verlässlichen politischen und finanziellen Rückhalt. Ein Infragestellen oder gar ein Abbau dieser Unterstützung schwächt nicht nur die Initiativen selbst, sondern auch das Fundament unserer demokratischen Gesellschaft.
Während uns auf der Rückfahrt viele Eindrücke, Gedanken und Ideen begleiten, werden wir uns noch einmal mehr bewusst, welch wunderbaren und wichtigen Beitrag alle Projektakteur*innen in Magdeburg, mit ihrem Engagement, ihrer Kreativität und ihrem Durchhaltevermögen dazu leisten, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht nur ein Schlagwort bleibt, sondern gelebte Realität wird. Ihre Arbeit inspiriert und stärkt uns alle. Wir freuen uns darauf, gemeinsam weiterzumachen, neue Wege zu gehen, wenn alte in Sackgassen führen, und unsere Partner*innen weiterhin tatkräftig zu unterstützen – Seite an Seite, für ein starkes, vielfältiges Magdeburg.
Große Freude beim Landesintegrationspreis in Halle!
Gleich drei unserer Kooperationspartner*innen wurden am 27. August mit dem Landesintegrationspreis Sachsen-Anhalt ausgezeichnet – was für ein wunderbares Zeichen der Anerkennung!
Der Syrisch-Deutsche Kulturverein (SDK e. V.) erhielt den 1. Preis in der Kategorie „Engagement für Vielfalt und Zusammenhalt – gegen Rassismus und Diskriminierung“, dotiert mit 1.000 Euro. Ihr unermüdlicher Einsatz für eine starke, vielfältige und zukunftsorientierte postmigrantische Gesellschaft beeindruckt uns immer wieder aufs Neue und gibt wertvolle Impulse für ein solidarisches Miteinander.
Geehrt wurden auch Ava Basiri (Avartique), für ihr herausragendes persönliches Engagement in den Bereichen Kultur, Kunst und Film und Sergej Kozlov, für sein jahrelanges Engagement für interkulturelle Begegnung im Katharina e. V. in Wolmirstedt. Mit ihrer kreativen Arbeit öffnen sie Räume für Dialog, Teilhabe und Sichtbarkeit und machen Vielfalt auf eine ganz besondere Weise erfahrbar.
Die Laudatio hielt neben Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration in Sachsen-Anhalt und Susi Möbeck, Staatssekretärin, Integrationsbeauftragt des Landes, die Integrationsbeauftragte. Staatsministerin Natalie Pawlik.
Wir sind sehr stolz, mit so engagierten Menschen zusammenzuarbeiten. Euer Wirken ist ein leuchtendes Beispiel für Zusammenhalt, Vielfalt und gelebte Solidarität. Danke, dass ihr Teil unseres Netzwerks seid!
Herzlichen Glückwunsch an euch und alle Preisträger*innen!
kultur.bilden – Neue Impulse für Kulturelle Bildung...
Kulturelle Bildung ist kein Luxus – sie ist ein Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe, zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und zur Stärkung demokratischer Strukturen. Besonders in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt, in dem viele Regionen ländlich geprägt sind, braucht es gezielte und vernetzte Initiativen, um Kinder und Jugendliche niedrigschwellig an Kulturelle Bildung heranzuführen. Genau hier setzt das neue Projekt kultur.bilden an, das im Juli 2025 in Blankenburg erfolgreich gestartet ist.
Die offizielle Auftaktveranstaltung im Ratssaal der Stadt brachte Akteur*innen aus Verwaltung, Jugendarbeit und Kultur zusammen. Eingeladen hatten die Vereine Initiative e.V. und Kulturmotor Harz e.V., unterstützt von der Stadt Blankenburg. Ihr gemeinsames Ziel: stabile, nachhaltige Strukturen der Zusammenarbeit im Bereich der Kulturellen Bildung aufzubauen – mitten in der Harzregion.
Ein Projekt mit Vorbildcharakter – gerade für Sachsen-Anhalt
Das Besondere an „kultur.bilden“ ist sein partizipativer Ansatz: Die Bedarfe vor Ort werden gemeinsam mit den Beteiligten ermittelt. Das Projekt schafft Raum für Dialog, neue Allianzen und konkrete Kooperationen. In Sachsen-Anhalt, wo Kulturelle Infrastruktur in vielen Regionen durch demografischen Wandel und begrenzte Ressourcen herausgefordert ist, ist diese Art der Vernetzung essenziell. Die Initiative geht auf ein Konzept von Mirjam Dahl Pedersen (Initiative e.V.) zurück, die den
Prozess gemeinsam mit Hendrikje Wiards (Kulturmotor Harz e.V.) begleitet.
Die Initiative wurde bereits 2024 im Rahmen des bundesweiten MIXED UP-Wettbewerbs der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ausgezeichnet – ein starkes Zeichen für die Qualität und Relevanz des Vorhabens.

Vielfalt, Beteiligung und praktische Umsetzung
Ein zentrales Element des Projekts ist die geplante Erarbeitung einer praxisnahen „How-To“-Anleitung, die Kommunen, Träger und Kulturakteur*innen dabei unterstützt, eigene Projekte der Kulturellen Bildung auf die Beine zu stellen. So entsteht ein Modell, das auch in anderen Teilen Sachsen-Anhalts Anwendung finden kann.
Während der Auftaktveranstaltung wurden zwei zentrale Leitfragen diskutiert:
Was kann Kulturelle Bildung leisten?
Und was braucht sie, um langfristig zu wirken?
In Arbeitsgruppen und offenen Gesprächen wurde deutlich: Die Begeisterung für das Thema ist groß, aber es gibt auch Hürden – von fehlenden Räumen über begrenzte Mittel bis hin zum Zugang zu jungen Teilnehmenden.
Regionale Kulturpädagog*innen als Herzstück des Netzwerks
Ein Highlight war die Vorstellung einer Liste mit 18 Kulturpädagog*innen aus der Harzregion, die für Kooperationen zur Verfügung stehen. Ihr Angebot reicht von Theater, Malerei, Film, Schreib- und Holzwerkstätten bis zu Hip-Hop-Workshops und Skateboard-Graffiti. Diese Vielfalt zeigt eindrucksvoll, wie bunt und lebendig Kulturelle Bildung sein kann – gerade auch außerhalb urbaner Zentren.
.lkj) Sachsen-Anhalt als wichtige Partnerin
Die .lkj) – Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. begleitet das Projekt als Fachverband.
Katrin Brademann, Vorstandsvorsitzende der .lkj) Sachsen-Anhalt, betonte in ihrem Grußwort:
„kultur.bilden bringt frischen Wind nach Blankenburg – und zeigt, dass kreative Ideen in ländlichen Räumen gesehen, gehört und unterstützt werden. Solche Projekte unterstreichen die Bedeutung Kultureller Bildung für Selbstwirksamkeit, Teilhabe und soziale Gerechtigkeit – besonders dort, wo Strukturen noch im Aufbau sind.“
Mit „kultur.bilden“ entsteht ein vielversprechendes Modellprojekt für den ländlichen Raum Sachsen-Anhalts. Es zeigt, wie durch Zusammenarbeit, Kreativität und gute Konzepte Kulturelle Bildung auch unter schwierigen Bedingungen gelingen kann. Die .lkj) Sachsen-Anhalt wird diesen Prozess weiterhin aktiv begleiten – für mehr Teilhabe, mehr Perspektiven und mehr kulturelle Räume für Kinder und Jugendliche im ganzen Land.


















