Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung
Warum digitale Kulturelle Bildung?
Kinder und Jugendliche nutzen digitale Medien in ihrem Alltag ganz selbstverständlich. Dabei entstehen viele kreative Ausdrucksformen: selbst erstellte Videos, digitale Musikproduktionen, mit Software bearbeitete Bilder etc.
Dabei experimentieren sie, werden kreativ und sammeln neue Erfahrungen – ganz von selbst, ohne das Zutun von Erwachsenen.
Und hier setzt digitale Kulturelle Bildung an: Es geht darum, diese vorhandenen künstlerischen Prozesse aufzunehmen und mit sinnvollen Angeboten zu begleiten. Digitale Methoden ermöglichen Einrichtungen aus Kultur und Bildung, neue Angebotsformate zu schaffen und damit Kinder und Jugendliche noch besser zu erreichen. Dafür braucht es gute Konzepte, erprobte Methoden und Erfahrung.
Die »Servicestelle für digitale kulturelle Bildung« ist eine Anlaufstelle für alle, die im Bereich der digitalen Kulturellen Bildung tätig sind – oder tätig werden wollen. Sie ist einerseits eine Plattform zum Austausch und zur Fortbildung von Kulturakteur*innen in Sachsen-Anhalt. Andererseits werden neue Methoden entwickelt, getestet und zur Verfügung gestellt. Es entsteht eine Mediathek an erprobten Methoden der digitalen Kulturellen Bildung, die für alle kostenfrei zugänglich ist.
Das bieten wir:
- Jugendgerechte Kulturelle Bildung in der digitalen Gesellschaft
- Entwickeln und Erproben von Methoden
- Plattform zum Austausch und zur Fortbildung von Kulturakteur*innen in Sachsen-Anhalt
Das möchten wir:
Kulturakteur*innen stehen – spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie – vor der Herausforderung, analoge Formate digital zu denken, um Kinder und Jugendliche weiterhin zu erreichen. Wir möchten die Digitalisierung der Kulturellen Bildung professionell begleiten und bei der Entwicklung und Erprobung neuer Methoden und Tools unterstützen: kreativ, kritisch-konstruktiv und immer mit Blick auf die Interessen und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen. Das ist umso wichtiger, weil Digitalisierung ohnehin stattfindet und einen erheblichen Einfluss auf all unsere Lebensbereiche hat.
Die »Servicestelle für digitale kulturelle Bildung« versteht sich als Treffpunkt und Anlaufstelle für Kulturakteur*innen. Wir ermöglichen den Austausch der Beteiligten miteinander:
Wir veranstalten Netzwerktreffen und bieten Fortbildungen zu Themen der digitalen Kulturellen Bildung durch Expert*innen an. Zudem entwickeln wir gemeinsam mit Kulturakteur*innen praktische Methoden, bspw. in den Bereichen Foto, Film, Audio, Kunst, Apps und Spiele sowie Coding und KI. Die Methoden werden mit Kindern und Jugendlichen erprobt, didaktisch aufbereitet und Akteur*innen der Kulturellen Bildung in Form einer Mediathek zur Verfügung gestellt.
Smartphone, Computer, Apps und digitale Medien gehören ganz selbstverständlich zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Viele künstlerische Ausdrucksformen entstehen dabei bereits beim Benutzen von digitalen Medien, auch ohne dass Erwachsene dabei sind. An dieser Stelle ist es die Aufgabe von Kultureller Bildung, nicht nur analoge, sondern auch zeitgemäße digitale Angebote zu schaffen, die die Erfahrungen, Interessen und Lebenswirklichkeit junger Menschen berücksichtigt und einbezieht. Dafür setzt sich die »Servicestelle für digitale kulturelle Bildung« ein.
Übergeordnetes Ziel der »Servicestelle für digitale kulturelle Bildung« ist es, dass alle Kinder und Jugendlichen an Kunst und Kultur teilhaben können, wenn sie es möchten. Eine große Stärke von Digitalisierung ist, dass sie Menschen neue Zugänge ermöglicht: Digitale Tools wie z. B. Videokonferenzen erleichtern bspw. Menschen mit körperlichen Einschränkungen die gesellschaftliche Teilhabe, weil sie von zuhause aus mitmachen können, wenn Angebote vor Ort nicht barrierefrei sind. Digitale Kulturelle Bildung bietet zudem viele Möglichkeiten, damit Menschen aller Altersgruppen sinnliche Erfahrungen mit Kunst und Kultur sammeln können und sie damit letztlich an Bildungsprozessen teilhaben können.
Kulturelle Bildung, ob analog oder digital, ermöglicht es jungen Menschen, sich als wertvollen Teil einer Gruppe zu erleben und Selbstwirksamkeit wahrzunehmen. Besonders, wenn Kinder und Jugendliche sozial benachteiligt sind, Ausgrenzung oder Rassismus erfahren, trägt digitale Mündigkeit zusätzlich zu Empowerment bei. Digitale Mündigkeit heißt einerseits, technisch versiert mit Tools, Apps und Software umgehen zu können. Vor allem bedeutet es aber, dass Kinder und Jugendliche dann auch in der Lage sind, digitale Mechanismen und Prozesse wie Hass und Hetze im Netz zu verstehen und sich besser vor ihnen zu schützen. All das trägt auch dazu bei, dass sich Kinder und Jugendliche in ihrer Lebenswelt zurechtfinden.
Zielgruppe
Multiplikator*innen, Kulturpädagog*innen, Vereine, Verbände, kommunale Einrichtungen und andere Interessierte aus Sachsen-Anhalt
Standorte
Wir arbeiten aus der Geschäftsstelle in Magdeburg für und in Sachsen-Anhalt.
Die »Servicestelle digitale Kulturelle Bildung« ist ein Programm der .lkj) Sachsen-Anhalt und wurde gefördert von Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt.
Kontakt Deine Ansprechpersonen:
Aktuelles aus dem Projekt
8. Netzwerktagung Medienkompetenz Sachsen-Anhalt!
Die Veranstaltung fand im Capitol Halle (Saale) statt, einem ehemaligen Kino aus den 1920er Jahren, das heute als Veranstaltungsort genutzt wird. Nach einer kurzen Begrüßung eröffnete Dr. Oliver Nahm vom Bundesinstitut für Berufsbildung den Tag mit einem inspirierenden Impulsvortrag über Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz. Die Themen reichten von praktischen Alltagsfragen bis hin zu globalen Entwicklungen. Mit einer unterhaltsamen Mischung aus Memes, apokalyptischen Szenarien und Zukunftsvisionen gelang es, einen umfassenden Überblick über aktuelle Trends zu geben und die Teilnehmenden auf den weiteren Verlauf einzustimmen. Der begeisterte Applaus im Anschluss sprach für sich!
Im Anschluss diskutierten Vertreter*innen verschiedener Ministerien sowie weitere Partner*innen in einer Podiumsdiskussion darüber, inwiefern Medienbildung eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe ist und wie Kooperationen verbessert werden können. Ein eher trockenes Thema, aber dennoch sehr aufschlussreich.Nach der Mittagspause im Foyer folgte der praktische Teil. Im Workshop „Medien.Bildung.Kooperativ reloaded“ wurden die Teilnehmenden unter Anleitung eines KI-Chatbots durch mehrere Stationen in Kleingruppen geführt. Dazu gehörten das Drehen eines Stop-Motion-Erklärvideos, die Nutzung von KI per Megaprompt für komplexe Aufgaben sowie das digitale Design und Bedrucken einer Tasche.
Ein herzliches Dankeschön an alle Referent*innen, Workshop-Leitenden und Teilnehmenden für die inspirierenden Begegnungen!
Text: Jonas Blau
Open Brush: Virtuelle Realität als ästhetischer Erfahrungsraum
Ein Pinselstrich, der sich durch die Luft zieht, ein Kreis aus Licht, der den eigenen Körper umschließt – und plötzlich steht man mitten im Bild. Wer Open Brush nutzt, malt nicht auf einer Fläche, sondern im Raum. Das wirkt zunächst wie ein Spiel, entpuppt sich aber als intensiver künstlerischer Prozess: Sehen, Fühlen und Gestalten verschmelzen zu einer unmittelbaren Erfahrung.
Die neue Methode Räume erobern mit Open Brush der Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung lädt dazu ein, utopisch zu denken und Visionen für kinder- und jugendgerechte Orte zu entwerfen. Beim Fachtag „Vernetzen, Verändern, Gestalten – Kulturelle Bildung trifft Soziale Arbeit“ der Franckeschen Stiftungen in Halle wurde die Methode mit Fachkräften praktisch erprobt. Ziel war es, digitale Werkzeuge als Mittel ästhetischer Bildung zu untersuchen – jenseits von Effekten oder Technikfaszination. Open Brush ist eine frei verfügbare Open-Source-Anwendung, die auf Googles Tilt Brush aufbaut. Mit VR-Brille und Controllern lassen sich Linien, Flächen und Lichtspuren dreidimensional in den Raum zeichnen.
Die ersten Minuten gehörten dem Staunen. Danach begann die eigentliche Arbeit: Wie wollen wir Räume gestalten, in denen wir uns bewegen – physisch, sozial, symbolisch? Was bedeutet es, Raum zu teilen, ihn mit anderen auszuhandeln? Wie würde ein Ort aussehen, an dem du dich entspannen, kreativ entfalten, lernen, bewegen oder einfach mit anderen zusammen sein kannst?
Die Methode setzt bewusst auf Aufgaben, die Haltung erfordern: einen Raum der Geborgenheit entwerfen, einen Wohlfühlort gestalten, eine Stimmung begehbar machen. In diesen Momenten entsteht der Übergang vom digitalen Experiment zum künstlerischen Denken. Open Brush erweitert ästhetische Praxis, weil es Raum als gestaltbares Medium begreifbar macht. Perspektive ist kein abstrakter Begriff, sondern eine körperliche Erfahrung. Wer zeichnet, bewegt sich – und erfährt unmittelbar, dass Wahrnehmung vom Standpunkt abhängt. Damit öffnet sich ein Zugang zu Themen, die in der kulturellen Bildungsarbeit zentral sind: Teilhabe, Ausdruck, Selbstwahrnehmung.
Gerade in der Verbindung von kultureller Bildung und sozialer Arbeit eröffnet das Potenziale. Gerade für junge Menschen, die selten Einfluss auf ihre Umgebung nehmen können, entsteht so ein niedrigschwelliger Zugang zu Mitgestaltung und Ausdruck. Teilnehmende können hier eigene Räume erschaffen – sichtbar und begehbar. Der digitale Raum wird so zum Resonanzraum, in dem Wahrnehmung geschärft und Gestaltung bewusster wird.
Trotz der Begeisterung beim Fachtag blieb Skepsis erlaubt – und notwendig. Die Methode erfordert Technik und Betreuung und eignet sich nicht für jede Gruppe. Manche reagieren empfindlich auf Sinnesreize. Nicht jede Einrichtung kann sich die Anschaffung finanziell leisten. Vielerorts können VR-Brillen jedoch ausgeliehen werden, etwa über Medienzentren oder Bildungsträger.
Unterstützung bietet die Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung der .lkj) Sachsen-Anhalt, ein vom Land Sachsen-Anhalt gefördertes Programm. Auf ihrer Methodenseite stellt der Dachverband diese und weitere erprobte Methoden als ausführliche, kostenfrei zugängliche Anleitungen mit Materialien und Praxisbeispielen bereit.
Land Sachsen-Anhalt stärkt kulturelle Kinder- und Jugendbildung
Das Land Sachsen-Anhalt setzt ein starkes Zeichen für kulturelle Teilhabe junger Menschen: Die .lkj) – Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. erhält im Jahr 2025 eine institutionelle Förderung in Höhe von 335.800 Euro. Der entsprechende Zuwendungsbescheid wurde heute durch Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra in Magdeburg übergeben.
»Die .lkj) ist ein verlässlicher Partner für die Kulturelle Bildung junger Menschen in Sachsen-Anhalt«, betont Robra. »Mit der deutlichen Aufstockung der institutionellen Förderung unterstützen wir nicht nur die wichtige Arbeit der Landesvereinigung, sondern machen gleichzeitig die Kulturelle Bildung im Land fit für die Zukunft – insbesondere durch die dauerhafte Etablierung der Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung.«
Die Förderung umfasst unter anderem die Finanzierung von Personalstellen in der Geschäftsführung, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit. Neu ist die dauerhafte Absicherung der Servicestelle für digitale Kulturelle
Bildung. Diese war bislang ein durch das Corona-Sondervermögen finanziertes Modellprojekt und wird nun verstetigt.
»Damit Kinder und Jugendliche heute wie morgen einen selbstbestimmten Zugang zu Kultureller Bildung haben, braucht es starke Strukturen – verlässlich, kreativ und gut vernetzt. Die institutionelle Förderung des Landes gibt uns als .lkj) Sachsen-Anhalt das notwendige Fundament, um langfristig wirksam zu arbeiten und Räume zu schaffen, in denen junge Menschen ihre Perspektiven, ihre Talente und ihre Stimme entfalten können«, erklärt Wybke Wiechell, Geschäftsführerin der .lkj) Sachsen-Anhalt.
Die Servicestelle entwickelt und vermittelt Methoden der digitalen Kulturellen Bildung, um Fachkräfte zu unterstützen und Kindern und Jugendlichen eine zeitgemäße kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Mit Angeboten
zur Fortbildung, Vernetzung und einer frei zugänglichen Online-Mediathek trägt sie dazu bei, Kulturelle Bildung im digitalen Zeitalter kind- und jugendgerecht zu gestalten (https://methoden.lkj-lsa.de/)
Mit der aktuellen Förderung wurde das Budget der Landesvereinigung im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt – ein starkes Bekenntnis zur Bedeutung Kultureller Bildung für die junge Generation. Die .lkj) Sachsen-Anhalt feierte 2024 ihr 30-jähriges Bestehen und hat sich in dieser Zeit als zentrale Anlaufstelle und Netzwerkknoten für kulturelle Bildungsarbeit im Land etabliert.
»Kulturelle Bildung ist mehr als ein Freizeitangebot – sie ist Persönlichkeitsbildung, Teilhabe und Zukunftschance zugleich«, so Minister Robra. »Daher ist es unser Anliegen, Einrichtungen wie die .lkj) nachhaltig zu stärken.«
Die Servicestelle für digitale kulturelle Bildung ist...
Wir freuen uns sehr, mitteilen zu können: Die Servicestelle für digitale kulturelle Bildung der .lkj) Sachsen-Anhalt ist seit dem 1. April 2025 wieder aktiv! Möglich wird das durch die Unterstützung der Staatskanzlei und des Ministeriums für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt sowie durch den Haushaltsbeschluss des Landtags von Sachsen-Anhalt.
Damit setzen wir die Arbeit an einem Thema fort, das aktueller denn je ist: die Gestaltung jugendgerechter kultureller Bildungsangebote in einer digitalen Gesellschaft.
Die neue Methode »Komm, wir suchen Frieden« inspiriert Kinder und Jugendliche dazu, ihre eigenen Vorstellungen von Frieden zu entwickeln und umzusetzen.
Was ist eigentlich Frieden? Was macht ihn aus? Wie fühlt er sich an? Und wie können wir ihn bewahren? Gemeinsam mit Schüler*innen der Grundschule Diesdorf und des Hegel-Gymnasiums Magdeburg begab sich das Puppentheater Magdeburg auf eine Forschungsreise, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Entstanden ist nicht nur die Inszenierung »Frieden und Krieg und ich«, sondern auch die begleitende Methode »Komm, wir suchen Frieden«. Diese wurde in Kooperation mit der .lkj) – Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. entwickelt und nun unter https://methoden.lkj-lsa.de veröffentlicht.
Ein Angebot für Bildungseinrichtungen und Interessierte
Mit der Methodenentwicklung »Komm, wir suchen Frieden« bieten die .lkj) – Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. und das Puppentheater Magdeburg ein innovatives Spielangebot für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren an, das ihnen ermöglicht, sich kreativ, spielerisch und ortsunabhängig mit den Themen Frieden auseinanderzusetzen. Im Fokus steht nicht das Gewinnen des Spiels, sondern das gemeinsame Entdecken und Reflektieren. Nadia Boltes, Projektleiterin der »Servicestelle für digitale kulturelle Bildung« betont: »Ziel ist es, jungen Menschen einen Raum für eigene Ideen und Vorstellungen zu geben und ihnen durch spielerisches Lernen die Möglichkeit zu bieten, sich selbst als aktive Gestalter*innen einer solidarischen Gesellschaft wahrzunehmen.«
Unterstützt werden sie dabei von der interaktiven App Actionbound. Die Anwendung führt sie durch die Aufgaben und regt auf kreative Weise zum Mitgestalten an. Die Methode wird für zwei Altersgruppen angeboten. Kinder ab sechs Jahren nähern sich spielerisch und per Audio geleitet dem Thema Frieden an. Für ältere Kinder ab zehn Jahren liegt der Fokus auf der Auseinandersetzung mit den Themen Selbstermächtigung und dem Gestalten eines eigenen Verständnisses von Frieden. Auf spielerische Weise lernen die Kinder, sich zu positionieren und sich konstruktiv für ein friedliches Miteinander einzusetzen. »Die Methode fördert dabei nicht nur den Austausch, sondern auch das Verständnis für unterschiedliche Perspektiven – ein wichtiger Schritt hin zur Eigenverantwortung, Kooperation und Selbstermächtigung«, so die leitende Theaterpädagogin Marlen Geisler.
Einblicke in die künstlerische Entwicklung
Das Projekt entstand begleitend zur Inszenierung »Frieden und Krieg und ich« am Puppentheater Magdeburg. Der Impuls: ein Gegenstück zu den gewaltbetonten Kinderspielen der Gegenwart zu schaffen und ein Friedensspiel zu entwickeln, das junge Menschen inspiriert, sich aktiv mit den Themen Frieden und Krieg auseinanderzusetzen. »Das Puppentheater kooperierte dazu eng mit Schulen und befragte Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 15 Jahren zu ihren Vorstellungen von Frieden und Krieg. Die Antworten und Ideen der Kinder flossen direkt in die Inszenierung und die Methodenentwicklung ein, sodass ein interaktives, für Kinder verständliches und motivierendes Konzept entstand«, ergänzt Marlen Geisler.
Unter der Leitung von Marlen Geisler und in Zusammenarbeit mit Nadia Boltes wurde ein kreatives Rahmenkonzept entwickelt, das theoretische und praktische Elemente verbindet. Neben der digitalen Anleitung durch die App konnten die Teilnehmenden im Rahmen von Theaterworkshops mit Collagen und Avataren kreativ arbeiten und sich so einen spielerischen Zugang zu den komplexen Themen Frieden und Krieg erarbeiten.
Ein Bildungsauftrag mit gesellschaftlicher Relevanz
Mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt schaffen die »Servicestelle digitale kulturelle Bildung« und das Puppentheater Magdeburg Raum für Kinder, Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit zu finden. Das Projekt »Komm, wir suchen Frieden« ist dabei mehr als ein klassisches Spiel: Es fordert die Teilnehmenden heraus, offen für Neues zu sein, flexibel zu reagieren und sich auf die Gedanken anderer einzulassen. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Entdecken und Erschaffen, nicht das Gewinnen. Am Ende erwartet die Gruppen eine Reflexion, in der die Kinder ihre Erfahrungen teilen und darüber sprechen, was Frieden für sie persönlich bedeutet.
Die Methode »Komm, wir suchen Frieden« ist auch außerhalb der Inszenierung des Puppentheaters Magdeburg nutzbar und steht Bildungseinrichtungen, Lehrkräften und pädagogischem Fachpersonal kostenfrei auf der Methodenseite der .lkj) Sachsen-Anhalt unter https://methoden.lkj-lsa.de zur Verfügung.
Hintergrund »Frieden und Krieg und ich«
Mit »Frieden und Krieg und ich« ist auf der Theaterbühne eine Inszenierung mit Puppen, Objekten und Musik entstanden. Im Vorfeld wurden Gespräche mit Kindern geführt, es wurde ertastet und erspielt, wie die Furcht der Kinder, ihre Nöte und Hoffnungen aussehen, wie sie sich anhören und anfühlen. Mit Worten derer, für die das Stück gespielt wird, und den Gedanken und Erfahrungen der beteiligten Künstler*innen begibt sich die Inszenierung auf die Suche nach Antworten. »Frieden und Krieg und ich« feierte am 10. Februar 2024 Uraufführung und wird in der kommenden Spielzeit wiederaufgenommen.
Found in Translation – Felicia Festival 2024
Im letzten Jahr feierte das Felicia Festival für Künstliche Intelligenz und Musik seine erfolgreiche Premiere mit vielen Mitmach-Workshops, einem Hörspiel, Konzerten und einem Schauspiel.
Dieses Jahr kommt Felicia thematisch noch facettenreicher zurück und setzt seinen Fokus erweitert auch auf die Bildende Kunst und wiederholt die Musik, mit Kunstinstallationen, Workshops, interaktiven Musikperformances sowie einer Gesprächslounge.
Tagsüber locken Workshops zum Erkunden und Selber-Ausprobieren mit einem Cross-Media Creativity-Workshop, der die Technik, die Künstliche Intelligenz und handgemachte Klaviermusik zusammenbringt, einem Lap bei dem Synthesizer mit Künstlicher Intelligenz gekoppelt werden und einem Kurs in dem verschiedene AI Music Tools vorgestellt- und ausprobiert werden können. Hier werden alle Levels des Schwierigkeitsgrades bedient für Interessierte oder auch Fortgeschrittene. Familienworkshops laden dazu ein, Instrumente selber zu bauen, Klaviere zu programmieren oder eigene Theaterinszenerungen herzustellen.
Im gesamten Gesellschaftshaus finden sich Kunstperformances und Musikstationen zum Selbererkunden und Erfahren.
Eine Gesprächslounge lädt zum aktiven Austausch mit den verschiedenen Expertinnen und Experten ein und es gibt einen Rückblick auf den gerade stattgefundenen Hackaton der Universität Magdeburg und seine Ergebnisse.
Am Abend wollen wir dann in andere Sphären abtauchen beim Konzert mit Jovanka von Wilsdorf und Cellistin Ashia Grzesik, die sich fragen, was wäre, wenn künstliche Intelligenz auf menschliche Emotionen trifft und Musik entsteht? „Found in Translation“ erforscht die Grenzen zwischen menschlicher und maschineller Kreativität und begibt sich auf die Suche nach einer weiblichen KI. Mithilfe der angezeigten Ausgabe eines KI-Emotionstrackers als Musikpartitur treten KI-Stimmen in einen intimen Dialog mit einem Cello und einer menschlichen Stimme und entwickeln sich zu einer atemberaubenden audiovisuellen Geschichte.
Im Anschluss schließt sich ein Nachtkonzert mit der Berliner Band Ausklang an, die mit Künstliche Intelligenz in der Musik ebenso experimentieren und sich in den Welten der Ambient und Post-Rock Szene zu Hause fühlen und gemeinsam mit Lichtkünstler Max Fuchs eine fast schwebende Szenerie erschaffen werden.
Felicia ist ein echtes Gemeinschaftswerk der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, der Landeshauptstadt Magdeburg, des Gesellschafshauses Magdeburg und des Magdeburger Musikverein. Die .lkj) Sachsen-Anhalt unterstützt als Kooperationspartnerin für die Kinder- und Jugendworkshops und ist mit der »Servicestelle digitale kulturelle Bildung« mit vor Ort.
Daten: 26. Oktober 2024 im Gesellschaftshaus Magdeburg
Weitere Informationen und Tickets unter: felicia-festival.ai
Die Programmhighlights im Überblick:
Workshops
10:00/11:00-13:30 Uhr
Gesprächslounge
13:30-15:00 Uhr
Workshops
15:30-17:30 Uhr
Gesellschaftshaus
Musikperformance mit Anda Kryeziu
18:30 Uhr
Found in translation – Konzert
19:30 Uhr
Nachtkonzert mit Ausklang
21:00 Uhr
Ganztägig
Ausstellungen/Installationen
Neue Methode der Servicestelle für digitale Kulturelle...
Die Servicestelle für digitale kulturelle Bildung der .lkj) – Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. hat eine neue Methode entwickelt und für Multiplikator*innen in der Methodenmediathek bereitgestellt.
Worum geht es?
Egal ob vor Prüfungen, Spinnen oder dem Alleinsein – jede*r von uns hat vor irgendetwas Angst. Und das ist absolut okay! Unsere neue Methode »Mein Mutmonster« hilft euch dabei, spielerisch mit Kindern ab 4 Jahren über ihre Ängste ins Gespräch zu kommen. Was bedeutet Angst eigentlich? Welche Gründe gibt es dafür? Wie fühlt es sich an, wenn man Angst hat? Ziept es dann im Bauch und fühlt sich Angst bei allen Menschen gleich an? Und: Was schenkt Mut, Zuversicht und Kraft?
Gemeinsam überlegt ihr, was Mut machen kann, und bastelt hierfür mithilfe der kostenlosen App ChatterPix Kids kleine Monster, die Mut zusprechen.
Das erwartet dich
Bei dieser Methode befassen wir uns mit den Themen Angst und Mut. Gemeinsam mit den Kindern überlegt ihr, was Angst einjagen und dabei Mut machen kann. Ihr gestaltet ein analoges oder digitales Mutmonster und lasst dieses lebendig werden – damit es euch immer Mut zusprechen kann!
Die Autorin der Methode
Sarah Melzer ist Medienpädagogin und wirkt beim medienpädagogischen Netzwerk workshoppen eG in Halle (Saale). Das Netzwerk bietet zahlreiche Seminare, Workshops und Vorträge zu Medienthemen an. Dabei steht die produktive Mediennutzung im Fokus. Medienkompetenz wird durch die Produktion von Medien erlernt: Es werden Trickfilme erstellt, Fotos bearbeitet oder mit KI experimentiert. Durch den kreativen Medieneinsatz werden spielerisch auch umfangreiche Themen wie Fake News oder Cybermobbing bearbeitet. Bei der Arbeit des Netzwerkes steht die Zielgruppe im Vordergrund – die Workshops sind geprägt von aktiven Übungen und einem Miteinander auf Augenhöhe.
Die »Servicestelle für digitale kulturelle Bildung« ist eine Anlaufstelle für alle, die im Bereich der digitalen Kulturellen Bildung tätig sind – oder tätig werden wollen. Sie ist einerseits eine Plattform zum Austausch und zur Fortbildung von Kulturakteur*innen in Sachsen-Anhalt. Andererseits werden neue Methoden entwickelt, getestet und zur Verfügung gestellt. Es entsteht eine Mediathek an erprobten Methoden der digitalen Kulturellen Bildung, die für alle kostenfrei zugänglich ist
Die »Servicestelle für digitale kulturelle Bildung« ist ein Programm der .lkj) Sachsen-Anhalt mit bundesweitem Modellcharakter und wird gefördert vom Land Sachsen-Anhalt.
Rückblick auf den Fachtag »Pixel, Pinsel, Perspektiven:...
Am 13. September 2024 fand im Forum Gestaltung in Magdeburg der Fachtag »Pixel, Pinsel, Perspektiven: Die Zukunft der Kulturellen Bildung ist digital« der .lkj) Sachsen-Anhalt statt. Praktiker*innen und Interessierte aus dem Vermittlungs- und Bildungsbereich waren eingeladen, sich intensiv mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Kontext der Kulturellen Bildung auseinanderzusetzen. Rund 80 Fachkräfte und Interessierte nahmen die Gelegenheit wahr, spannende Impulse zu erhalten, digitale künstlerische Ansätze zu erkunden und praxisnahe Methoden kennenzulernen.
Eröffnung und Podiumsgespräch
Wybke Wiechell, Geschäftsführerin der .lkj) Sachsen-Anhalt, begrüßte die Anwesenden mit einem inspirierenden Grußwort. Sie betonte die Bedeutung der Digitalisierung in der Kulturellen Bildung und die Notwendigkeit, digitale Technologien kreativ zu nutzen, um Bildung und Teilhabe nachhaltig zu gestalten.
Anschließend leitete ein Podiumsgespräch den inhaltlichen Teil des Fachtages ein. Unter dem Titel »Erfolgsfaktoren Digital?! Relevanz, Notwendigkeit und Chancen in der Kulturellen Bildung« diskutierten Dr.in Eva Bürgermeister, Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ), Lea Argirov, Engagementbotschafterin für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, und Medienpädagogin Vera Marie Rodewald über die digitale Transformation in der Bildungslandschaft.
Digitale Medien sind heute ein integraler Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, so die Expert*innen. Es sei wichtig, sich die Zielgruppen, ihre Bedürfnisse und Interessen genau anzuschauen. Junge Menschen erwarten demnach nicht nur digitale Angebote. Sie wünschen sich insbesondere Formate, in denen sie – ähnlich wie in einem Labor – ihre eigenen Erfahrungen ein-
bringen, selbstbestimmt experimentieren und hierarchiearm zusammenarbeiten können, betonte Dr.in Eva Bürgermeister. Dabei komme es vor allem auf Fehlerfreundlichkeit, Flexibilität und ein attraktives Setting an. Digitale Medien eröffnen jungen Menschen zudem Räume, um sich auszutauschen, sich kritisch mit sich selbst und der Welt auseinanderzusetzen. Sie bieten ihnen einen sicheren Ort und sind prägend für die eigene Identitätsbildung, unterstrich Lea Argirov.
Sie bergen darüber hinaus das große Potenzial, auch Menschen ansprechen zu können, denen sonst die Teilhabe an Kultureller Bildung verwehrt bleiben würde. Plattformen wie beispielsweise Discord, die laut der aktuellen JIM-Studie von Jugendlichen gern und regelmäßig genutzt werden, könnten dabei helfen, sowohl Heranwachsende im ländlichen Raum als auch im Ausland zu erreichen. Daneben fördern auch ortsunabhängige Formate, die selbstständig ausprobiert werden können, die kulturelle Teilhabe, so Lea Argirov. Als gelungene Vermittlungsformate benannte sie u. a. den Audiowalk SAFE HARBOUR, der die Migrationsgeschichte in Wismar dokumentiert, und die App Konterbunt, die Strategien im Umgang mit Stammtischparolen vermittelt.
Die Fortbildung «Sexting und Cybergrooming – Sexualisierte Gewalt im Netz», organisiert von der «Servicestelle digitale kulturelle Bildung» in Zusammenarbeit mit der «Servicestelle Kinder- und Jugendschutz», bot einen Einblick in die Thematik der sexualisierten Gewalt im digitalen Raum, die auch Kinder und Jugendliche zunehmend betreffen kann.
Die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ist geprägt von einer starken Online-Präsenz. Der oft ungehinderte Zugang zum Internet ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, Inhalte zu konsumieren, die möglicherweise nicht ihrem Alter angemessen sind. Hierbei können Pornografie und nicht jugendfreie Inhalte zu heimlichen «Aufklärern» werden, wodurch ein möglicher Druck bei ersten sexuellen Erfahrungen entstehen kann. Zudem müssen wir ein stärkeres Bewusstsein schaffen, dass das Zeigen oder Weiterleiten von pornografischem Material durch Kinder und Jugendliche auch strafrechtliche Konsequenzen haben kann.
Es ist von entscheidender Bedeutung, junge Menschen für die möglichen Folgen ihres Online-Verhaltens zu sensibilisieren und in der digitalen Welt zu begleiten. Nur so können wir ihre Widerstandsfähigkeit stärken und sie für potenzielle Risiken im digitalen Raum besser wappnen. In der Fortbildung wurden daher Lösungsstrategien vermittelt, Informationen zu Schutzeinstellungen präsentiert und Hilfsangebote vorgestellt, um Jugendlichen einen sicheren Umgang mit digitalen Medien zu ermöglichen.
Die Fortbildung war ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein für die Herausforderungen der digitalen Welt zu schärfen und gleichzeitig konkrete Maßnahmen zur Prävention von sexualisierter Gewalt im Netz kennen zu lernen.
Entdecke mit Tagtool deine Zukunftsvisionen
Tauche ein in eine Welt der Kreativität und Technologie! Mit der Tagtool-App wird das iPad zu einem visuellen Live-Instrument, das Lichtmalerei, animierte Graffiti und improvisierte Geschichten ermöglicht. Die Methode »Entdecke mit Tagtool deine Zukunftsvisionen« wurde von der »Servicestelle für digitale kulturelle Bildung« entwickelt, um die Vorstellungskraft von Kindern und Jugendlichen zu fördern. In einer Welt, in der Technologie eine Schlüsselrolle spielt, bietet dieser Workshop eine tolle Gelegenheit, moderne Technologien als kreatives Werkzeug zu nutzen. Die Teilnehmenden lernen die Tagtool-App kennen, erleben ihre kreativen Möglichkeiten und setzen sich künstlerisch mit ihren individuellen Zukunftsvorstellungen auseinander.















