ZWEIHEIMISCH:GeNial Gemeinsam Nachbarschaften integrativ ausgestalten und leben.
Wir unterstützen die Willkommens- und Anerkennungskultur von Neubürger*innen unserer Landkreise und Gemeinden sowie die Förderung von Dialogformaten in unserer Zuwanderungsgesellschaft. Neue Forschungsergebnisse aus der Integrations-, Migrations- und Mobilitätsforschung sowie der Pädagogik und Transkulturgeschichte bilden die Basis für ein mittels Kultureller Bildung vermitteltes präventives, indirektes Empowerment.
Unser Ziel ist ein Zusammenleben in Vielfalt und die Akzeptanz von Minderheiten (z. B. Migrant*innen, Menschen mit Beeinträchtigungen, Homosexuelle, Muslim*innen) als Teil der deutschen Einwanderungsgesellschaft (minority mainstreaming).
Das machen wir:
- Wir bringen Menschen zusammen. Egal ob alteingesessen, zugezogen, ob zurückgekehrt oder dageblieben.
- Wir stärken Menschen und Regionen mittels Kultureller Bildung.
- Wir bieten Workshops in vielen Bereichen an u. a. Theater, Fotografie, Kalligrafie.
Wir touren mit Theater-Workshops und einer Wanderausstellung zur Transkulturgeschichte Sachsen-Anhalts durch unser Land. An den einzelnen Standorten dieses Klassenzimmer-Theaters und der Ausstellung entwickeln Jugendliche und Künstler*innen neue Facetten, Szenen, Ausstellungstafeln – mehrsprachig, crossmedial, gemeinsam.
Projektzeitraum: 01.05.2021 – 30.04.2024
»ZWEIHEIMISCH:GeNial« ist ein Programm der .lkj) Sachsen-Anhalt und wird gefördert vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt.
Themen (Handlungsfelder):
- Interkulturelles Geschichtslernen
- Jugendtheater, Fotografie, GeoCaching, Graffiti, Schreibwerkstätten
Zielgruppe
Jugendliche und junge Erwachsene ab 10 Jahren
Multiplikator*innen aus Verbänden, Verwaltungen, Schulen, Instituten und NROs
Standorte
Wir arbeiten in Magdeburg und im nördlichen Sachsen-Anhalt
Landkreise:
Börde, Altmarkkreis Salzwedel, Stendal, Jerichower Land)
Dr. Mieste Hotopp-Riecke
- 0391 / 244 51 74
- mieste.hotopp-riecke@lkj-lsa.de
Aktuelles aus dem Projekt
Junge, kreative Köpfe ausgezeichnet: 29. Kinder- und...
Unter dem Motto »Mach doch!« hat die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der .lkj) Sachsen-Anhalt bereits zum 29. Mal kreative Köpfe und junge Talente dazu aufgerufen, ihre Werke beim Kinder- und Jugend-Kultur-Preis des Landes Sachsen-Anhalt einzureichen. In diesem Jahr beteiligten sich mehr als 800 Kinder und Jugendliche mit 99 Werken. Elf Beiträge wurden am Freitag im Bauhausgebäude in Dessau-Roßlau ausgezeichnet. Die Preise, die von dem Staatssekretär für Kultur Dr. Sebastian Putz überreicht wurden, waren mit insgesamt 6.500 Euro dotiert.
„Kinder und Jugendliche stellen die Fragen, die uns zum Nachdenken bringen. Sie entdecken die Möglichkeiten, die wir oft übersehen. Darin liegt eine Kreativität, die unsere Gemeinschaft stärkt und Sachsen-Anhalt voranbringt“, betont Dr. Sebastian Putz, Staatssekretär für Kultur. Insgesamt wurden elf Preise vergeben: Neben den drei Hauptpreisen erhielten die Teilnehmenden zwei Förderpreise, einen Sonderpreis der Kinder- und Jugendjury sowie fünf Anerkennungspreise.
Mit dem ersten Preis in Höhe von 2.000 Euro wurde die Initiative „So Sehe Das Ich“ von Rostislav Kulikov ausgezeichnet. Der 18-Jährige rief gemeinsam mit seinem Team eine hybride Plattform ins Leben, die jungen Künstler*innen in Halle eine Bühne bietet. Auf der Webseite www.so-sehe-das-ich.vercel.app können sich Kunstschaffende mit wenigen Klicks für Ausstellungen anmelden und ihre Werke präsentieren. „In beeindruckender Eigeninitiative und organisatorischer Leistung entwickelt und realisiert die Gruppe Ausstellungen sowie begleitende Veranstaltungen, die darauf abzielen, bestehende Barrieren im oft elitären Kunstbetrieb abzubauen. Gerade für junge Menschen ohne etabliertes Netzwerk schaffen sie damit konkrete Zugänge und Sichtbarkeit“, so die Jury, die gleichzeitig das hohe Niveau der Initiative würdigte.
Den mit 1.500 Euro dotierten zweiten Preis gewann die Magdeburgerin Tamaya Jasmin Martinez Bürger. Ihr Werk „Eine Reise durch Munay“ vereint literarische Texte, detailreiche Illustrationen und eigene Partituren. Mit viel Fantasie, philosophischen Gedankengängen, aber auch realistischen Leitplanken gelingt es ihr, ihr Publikum in eine andere Welt zu führen. „Ab einem bestimmten Moment war diese fiktive Welt so rund und in sich logisch, dass ich jetzt das Gefühl habe, die Geschichten würden sich von selbst schreiben“, sagt die 19 Jahre alte Preisträgerin über den Entwicklungsprozess.
Der dritte Preis in Höhe von 1.000 Euro ging an Paul Swigulski. In seinem Song „Junge aus der Stadt“ berichtet der 17-jährige Magdeburger eindringlich und mit erzählerischem Feingefühl von einer Begegnung mit einem Menschen, dessen Geschichte ihn nachhaltig geprägt hat. „Junge aus der Stadt“ richtet sich an all jene, die im Alltag zu kämpfen haben, sich allein fühlen oder nach Auswegen suchen. „Der Song erinnert daran, wie wichtig es ist, hinzusehen, zuzuhören und füreinander da zu sein – denn Aufmerksamkeit und Empathie können im richtigen Moment entscheidend sein“, so die Jury, die neben der klaren Haltung auch die künstlerische Reife des Musikers und die Qualität des Werks hervorhob.
Den ersten von zwei Förderpreisen im Wert von 500 Euro erhielt die Theatergruppe Drams’n’roses des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Sangerhausen für ihr Stück „Countdown – eine Szenencollage“. In ihrer Inszenierung thematisieren die 30 Mitglieder persönliche Erfahrungen mit psychischen Belastungen, Ausgrenzung und Diskriminierung. Die Jury würdigte nicht nur den Mut, persönliche Erlebnisse auf die Bühne zu bringen, sondern auch das gelungene Zusammenspiel der ästhetischen Mittel und den Versuch, mit den Zuschauer*innen in den Dialog zu gehen. Hierdurch sei es gelungen, eine besondere Nähe zum Publikum zu erzeugen.
Vor diesem Hintergrund diskutierten die Teilnehmerinnen, welche Angebote und Strukturen sie sich wünschen würden. Genannt wurden unter anderem eine mehrsprachige Bibliothek, Begegnungsräume, Beratungsangebote für Gründerinnen, ein Kunstatelier, Bewegungsangebote, Kinderbetreuung sowie Räume für gemeinsame Projekte, Kurse und Workshops.
Dabei zeigte sich, dass viele der Frauen ähnliche Bedarfe sehen und bereits konkrete Vorstellungen davon haben, was in Magdeburg fehlen könnte. Neben der Sammlung von Ideen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen auch mit der Frage, welche Kooperationspartnerinnen und -partner, Anlaufstellen und weiteren Akteurinnen und Akteure für die praktische Umsetzung solcher Vorhaben relevant wären.
Wichtig war dabei ein gemeinsames Verständnis: Es geht nicht um die Entwicklung eines Angebots für Frauen, sondern um einen offenen Prozess, in dem Frauen ihre Ideen, Kompetenzen und Erfahrungen selbst einbringen und mitgestalten.
Welche konkreten Strukturen oder Projekte daraus entstehen werden, ist derzeit noch offen. Die Gespräche haben jedoch gezeigt, dass sowohl Bedarf als auch Bereitschaft vorhanden sind, neue Wege der Zusammenarbeit und Vernetzung zu entwickeln.
Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg wird die zweitägige Veranstaltung „Unseren Stimmen einen Raum geben“ am 08. und 09. Oktober sein. Vertreterinnen des Begegnungs- und Fortbildungszentrums muslimischer Frauen aus Köln werden dort gemeinsam mit lokalen Akteurinnen ihre Erfahrungen teilen und Impulse für die weitere Entwicklung in Magdeburg geben.
Die Veranstaltung wird gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, das Land Sachsen-Anhalt sowie die Landeshauptstadt Magdeburg.
Das nächste Vorbereitungstreffen findet am 02. Juli statt. Interessierte Frauen sind herzlich eingeladen, sich einzubringen und den Prozess mitzugestalten.
Zukunft gestalten durch Dialog: Die .lkj) Sachsen-Anhalt...
Zwei Tage voller Debatten, Begegnungen und neuer Perspektiven liegen hinter uns. Beim Zukunftsfestival am 12. und 13. Juni im Volkspark Halle (Saale) kamen Menschen aus Politik, Kultur, Medien und Zivilgesellschaft zusammen, um über die Zukunft unseres Zusammenlebens ins Gespräch zu kommen. Für die .lkj) Sachsen-Anhalt bot das Festival die Gelegenheit, spannende Impulse mitzunehmen, neue Kontakte zu knüpfen und aktuelle gesellschaftliche Debatten aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erleben.
Unter dem Motto „Streit & Zuversicht“ wurde deutlich: Demokratie lebt vom Austausch. Dabei ging es nicht nur um die großen Fragen unserer Zeit, sondern auch darum, wie wir vor Ort Verantwortung übernehmen, Beteiligung stärken und gesellschaftlichen Zusammenhalt gestalten können.
Zu den Highlights des Festivals gehörte für uns die Unterhausdebatte „Wie gerecht ist Deutschland?“, die von den Franckeschen Stiftungen und der Kulturstiftung des Bundes veranstaltet wurde. Das Format schuf Raum für kontroverse Positionen und machte sichtbar, wie wichtig es ist, unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen miteinander ins Gespräch zu bringen.
Auch die Kultur spielte eine zentrale Rolle. Im Podiumsgespräch „Streit, eine Kunst“ diskutierten Rainer Robra, Katarzyna Wielga-Skolimowska, Niclas Lange und Björn Lengwenus über die Bedeutung von Kunst und Kultureller Bildung für gesellschaftlichen Dialog und demokratische Aushandlungsprozesse. Dabei wurde deutlich, dass kulturelle Räume wichtige Orte sind, um unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und Verständigung zu fördern.

Was sind die verbindenden Anliegen & die gemeinsame Motivation für die Zusammenarbeit?
Großes Interesse weckte auch das Zukunftswege Ost-Panel „Kooperation braucht Kontroverse – gemeinsam starke Regionen gestalten“. Hier diskutierten Akteur*innen aus verschiedenen Regionen Ostdeutschlands darüber, wie Zusammenarbeit gelingen kann und warum produktive Auseinandersetzungen oft Voraussetzung für nachhaltige Entwicklungen sind.
Ein weiterer Höhepunkt war das Debattenformat „Streit & Zuversicht“ der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und Holtzbrinck Berlin. Auf dem Podium diskutierten Bildungsminister Jan Riedel, Staatsministerin und Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser, die Journalistin Marieke Reimann, die Intendantin Amelie Deuflhard sowie Alicja Orlow über gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Kultur und die Frage, wie wir trotz unterschiedlicher Positionen miteinander im Gespräch bleiben können. Die Diskussion machte deutlich, dass demokratische Prozesse vom respektvollen Streit ebenso leben wie von der Bereitschaft, gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.

Besonders inspirierend war auch die Paneldiskussion „Jung, ostdeutsch, engagiert“ mit mit den Influencer*innen wie Luna Möbius, Maximal Demokratisch und Luca Phillip Piwodda. Junge Stimmen aus Ostdeutschland berichteten von ihren Erfahrungen, ihrem Engagement und ihren Vorstellungen für die Zukunft ihrer Regionen. Die Offenheit, mit der Herausforderungen angesprochen wurden, und die Vielfalt der Perspektiven machten deutlich, wie wichtig junge Menschen für die Gestaltung gesellschaftlicher Entwicklungen sind.
Mit dem Live-Podcast „Machtwechsel“ bot das Festival zudem einen spannenden Blick auf politische Dynamiken und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander diskutierten aktuelle politische Fragen und gaben Einblicke in ihre journalistische Arbeit.
Ein besonderer Moment war die feierliche Verleihung des 23. JugendEngagementPreises. Die ausgezeichneten Projekte machten eindrucksvoll sichtbar, wie vielfältig sich junge Menschen in Sachsen-Anhalt für ihre Mitmenschen, ihre Gemeinden und eine demokratische Gesellschaft einsetzen. Die Preisverleihung setzte damit ein starkes Zeichen für Jugendengagement und Beteiligung.
Neben den zahlreichen Programmpunkten waren es jedoch vor allem die Begegnungen zwischen den Veranstaltungen, die in Erinnerung bleiben. Gespräche auf den Fluren, neue Bekanntschaften, spontane Diskussionen und der Austausch mit Engagierten aus ganz Ostdeutschland machten das Festival zu einem lebendigen Ort der Vernetzung.
Wir nehmen viele neue Impulse, spannende Kontakte und eine große Portion Zuversicht mit zurück in unseren Arbeitsalltag. Das Zukunftsfestival hat einmal mehr gezeigt: Zukunft entsteht dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, einander zuhören, unterschiedliche Perspektiven aushalten und gemeinsam weiterdenken.
Kulturelle Bildung braucht starke Strukturen
Auf Einladung von Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra kamen am 11.6.2026 rund 70 Vertreter*innen der Kulturlandschaft Sachsen-Anhalts in der Staatskanzlei zusammen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die kulturpolitischen Entwicklungen der vergangenen fünf Jahre, die Vorstellung des Kulturförderberichts 2021–2026 sowie die Perspektiven für die Zukunft des Kulturlandes Sachsen-Anhalt.
„Kultur prägt Identität, schafft gesellschaftlichen Zusammenhalt und stärkt die Attraktivität Sachsen-Anhalts. Die Landesregierung hat in den vergangenen fünf Jahren konsequent daran gearbeitet, die Sichtbarkeit der Kultur zu erhöhen, Förderstrukturen weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit über Ressortgrenzen hinweg zu stärken“, erklärte Robra.
Robra stellte den Anwesenden auch den Kulturförderbericht 2021–2026 vor, mit dem die kulturpolitische Entwicklung noch einmal umfassend dokumentiert wird. Der Kulturförderbericht steht online zur Verfügung: https://kultur.sachsen-anhalt.de/ministerium/publikationen-reden
Für die .lkj) Sachsen-Anhalt nahm unsere Kollegin Nadia Boltes an der Gesprächsrunde teil und brachte die Perspektive der Kulturellen Bildung in die Debatte ein. In ihrem Statement machte sie deutlich, warum verlässliche kulturelle Infrastruktur, langfristige Förderstrukturen und starke Netzwerke unverzichtbar sind, wenn Kinder und Jugendliche auch künftig kulturelle Teilhabe, Persönlichkeitsentwicklung und demokratische Mitgestaltung erfahren sollen.
Das vollständige Statement dokumentieren wir nachfolgend.
Kulturelle Bildung braucht starke Strukturen für die Zukunft junger Menschen in Sachsen-Anhalt
Wenn wir über Kultur sprechen, sprechen wir häufig über das, was sichtbar ist: über Theateraufführungen, Konzerte, Festivals, Ausstellungen und Projekte. Doch jedes Haus braucht ein Tragwerk. Etwas, das verbindet, Lasten trägt und Stabilität gibt. Ohne dieses Tragwerk bleiben auch die schönsten Räume nicht dauerhaft bestehen. Für uns ist das eine passende Beschreibung der kulturellen Infrastruktur in Sachsen-Anhalt.
Das Kulturfördergesetz und die Diskussion über die finanziellen Rahmenbedingungen der kommenden Jahre betreffen deshalb nicht nur einzelne Einrichtungen oder Förderlinien. Sie betreffen die Frage, welches Tragwerk wir für die Kultur unseres Landes langfristig erhalten und stärken wollen.
An dieser Stelle möchten wir ausdrücklich anerkennen, dass das Kulturministerium die kulturelle Kinder- und Jugendbildung in den vergangenen Jahren verlässlich unterstützt hat. Die gewachsene institutionelle Förderung hat uns ermöglicht, tragfähige Strukturen aufzubauen, neue Herausforderungen aufzugreifen, Fachkräfte zu stärken und Kulturakteur*innen im gesamten Land zu begleiten und miteinander zu vernetzen. So konnte die .lkj) Sachsen-Anhalt ihre Rolle als landesweite Fachstelle und Partnerin für die kulturelle Kinder- und Jugendbildung nachhaltig weiterentwickeln.
Unsere Aufgabe ist es dabei nicht, selbst im Mittelpunkt zu stehen. Wir unterstützen diejenigen, die jeden Tag mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Wir begleiten die Freiwilligendienste Kultur und Bildung, beraten zu Fördermitteln, koordinieren den Kinder- und Jugend-Kultur-Preis Sachsen-Anhalt, qualifizieren Fachkräfte und vernetzen Akteur*innen aller Sparten. Unsere Arbeit kommt Theatern, Museen, Bibliotheken, Musikschulen, Jugendkunstschulen, Vereinen, soziokulturellen Zentren und freien Trägern zugute – insbesondere dort, wo kulturelle Teilhabe nicht selbstverständlich zugänglich ist.
Die Frage, die uns heute beschäftigen sollte, lautet: Welche Erfahrungen brauchen Kinder und Jugendliche, um ihren Platz in einer immer komplexeren Welt zu finden?
Sie brauchen Erfahrungen von Selbstwirksamkeit. Die Erfahrung, dass aus einer eigenen Idee etwas entstehen kann. Dass ihre Stimme gehört wird. Dass unterschiedliche Menschen gemeinsam etwas gestalten können. Sie brauchen Räume, in denen sie ausprobieren, scheitern, neu beginnen und Verantwortung übernehmen dürfen. Räume, in denen sie lernen, andere Perspektiven auszuhalten, Konflikte auszuhandeln und ihre eigene Haltung zu entwickeln.
Genau diese Erfahrungen ermöglicht Kulturelle Bildung. Wenn junge Menschen auf einer Bühne stehen, eine Ausstellung gestalten, Musik machen, einen Film produzieren oder ein eigenes Projekt entwickeln, lernen sie weit mehr als eine künstlerische Technik. Sie lernen, sich auszudrücken, zuzuhören, zusammenzuarbeiten und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Sie erleben, dass sie ihre Umwelt mitgestalten können.
Diese Erfahrungen werden wichtiger denn je. Viele Kinder und Jugendliche wachsen in Regionen auf, die von Abwanderung und dem Rückgang sozialer und kultureller Infrastruktur geprägt sind. Kinderarmut und ungleiche Bildungschancen begrenzen oftmals die Möglichkeiten zur Teilhabe. Gleichzeitig erleben junge Menschen eine Welt, die von permanenter Veränderung geprägt ist: Künstliche Intelligenz verändert Lern- und Arbeitswelten, soziale Medien beschleunigen die Verbreitung von Informationen und Desinformation, gesellschaftliche Debatten werden härter und Polarisierung nimmt zu.
In einer solchen Zeit reicht Wissensvermittlung allein nicht aus. Junge Menschen brauchen Orientierung, Resilienz, Kreativität und die Fähigkeit, kritisch zu denken. Sie brauchen Orte, an denen sie Demokratie nicht nur erklärt bekommen, sondern erleben können. Orte, an denen sie erfahren, dass sie selbst etwas bewirken können.
Genau deshalb ist Kulturelle Bildung keine freiwillige Ergänzung unseres Bildungssystems und keine Nebensache der Kulturpolitik. Sie ist eine Investition in die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen, in gesellschaftlichen Zusammenhalt und in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.
Umso größer ist unsere Sorge angesichts der politischen Debatten der vergangenen Jahre. In den letzten Haushaltsverhandlungen wurde beantragt, die Förderung der .lkj) Sachsen-Anhalt vollständig zu streichen. Ein solcher Schritt würde nicht lediglich einen Verband betreffen. Er würde eine landesweite Fach-, Vernetzungs- und Unterstützungsstruktur infrage stellen, die über Jahrzehnte gewachsen ist. Verloren gingen nicht nur Projekte oder Stellen, sondern Fachwissen, Netzwerke, Beratungskompetenz und Unterstützungssysteme, die vielen Akteur*innen in der Fläche zugutekommen.
Strukturen wie diese entstehen nicht in einem Haushaltsjahr. Sie wachsen über viele Jahre durch Vertrauen, Zusammenarbeit und gemeinsame Verantwortung. Werden sie geschwächt, sind sie nur schwer wieder aufzubauen.
Deshalb verbindet sich mit dem Kulturfördergesetz für uns eine zentrale Hoffnung: Dass es nicht nur Kultur fördert, sondern ein klares Bekenntnis dazu abgibt, welche kulturelle Infrastruktur Sachsen-Anhalt für die Zukunft braucht. Und dass wir gemeinsam Wege finden, diese Infrastruktur auch über Wahlperioden und politische Mehrheiten hinweg zu sichern.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht, ob wir uns diese Strukturen leisten können.
Die entscheidende Frage lautet, ob wir es uns leisten können, auf sie zu verzichten.
Wenn wir wollen, dass Kinder und Jugendliche in Sachsen-Anhalt auch künftig Zugang zu kultureller Teilhabe, Persönlichkeitsentwicklung und demokratischer Mitgestaltung haben, dann müssen wir die Tragwerke stärken, die diese Möglichkeiten Tag für Tag im ganzen Land schaffen.
Statement der Kultur und der Bildung in...
Wir stehen im Schulterschluss mit allen, die diese Werte verteidigen. Dies machen wir mit der Unterzeichnung des Statements der Kultur und der Bildung in Sachsen-Anhalt deutlich.
NEWKID e. V. im Interview
Mit dem NEWKID e. V. begrüßen wir ein neues Mitglied in unserem Verband. Der Verein aus Dessau-Roßlau setzt sich dafür ein, jungen Menschen Räume für Kultur, Begegnung und Mitgestaltung zu schaffen – offen, generationenübergreifend und mit viel Eigeninitiative.
NEWKID steht für „Noch Ein Weiterer Klub In Dessau“ – ein Name, der augenzwinkernd auf die Realität verweist: Es gibt eben nicht viele Orte für junge Menschen, an denen Kultur, Austausch und kreative Entfaltung selbstverständlich möglich sind. Genau hier setzt der Verein an.
Mit Veranstaltungen, Workshops, kulturellen Formaten und neuen Ideen schafft NEWKID Freiräume für junge Menschen und Junggebliebene – von DJing über Graffiti bis Breakdance, von Tanzreihen bis hin zu langfristigen Projekten im Bereich kulturelle Bildung, Jugendarbeit und Stadtentwicklung.
Im Interview stellt sich das Team vor und gibt Einblicke in Motivation, Arbeitsweise und aktuelle Themen.
»Wir wollen Räume schaffen, die sonst fehlen – gerade für junge Menschen«
Im Rahmen der 1. Bundesfreiwilligenkonferenz (BFK) vom 9. bis 12. April 2026 in Schöneberg (Rheinland-Pfalz) haben Freiwilligendienstleistende des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) und des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) erstmals gemeinsam ein Positionspapier erarbeitet.
Dieses Papier, am 11. April 2026 beschlossen, markiert den Startpunkt für eine gemeinsame Vertretung der Freiwilligendienst-Leistenden in Deutschland. Die BFK versteht sich als Plattform, um die Anliegen aller Freiwilligen sichtbar zu machen, zu bündeln und an Entscheidungstragende heranzutragen – für ein öffentlichkeitswirksames und gemeinsames Auftreten.
Mehr als nur Theorie - Projektschmiede, Maßgeschneiderte...
Vom 24. bis 26. April 2026 fand im Forum Gestaltung in Magdeburg die Projektschmiede – Maßgeschneiderte Qualifizierung für Träger*innen statt. Drei Tage lang arbeiteten die Teilnehmenden intensiv an ihren Projektideen, an Anträgen und an Finanzierungsplänen. Nach 2025 wurde die Projektschmiede in diesem Jahr zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit dem Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) e. V. in Magdeburg durchgeführt.
Die Projektschmiede ist ein Angebot im Rahmen des Bundesprogramms „Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden.“ (BGZ) des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Sie unterstützt Träger, die sich vor Ort für das Gemeinwohl engagieren, dabei, innovative Projektideen zu entwickeln und in tragfähige Anträge zu übersetzen. Genau daran knüpft auch das Magdeburger Format an: Es begleitet Organisationen dabei, ihre Vorhaben inhaltlich zu schärfen, Förderlogiken besser zu verstehen und die nächsten Schritte Richtung Antragstellung zu gehen.
Besonders erfreulich war die bundesweite Zusammensetzung der Teilnehmenden. Die insgesamt 19 teilnehmenden Personen kamen von Organisationen und Initiativen aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Berlin und Sachsen vertreten. Dazu gehörten unter anderem Ansole e. V., die Volkshochschule Murnau e. V., der Offene Kanal Magdeburg e. V., Radio Corax e. V., der Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt, die Berlin Governance Platform gGmbH, der Ev. Kirchenkreis Erfurt und die AWO Unterbezirk Ennepe-Ruhr.
Die Arbeitsatmosphäre wurde von allen Beteiligten als konzentriert, offen und sehr unterstützend erlebt. Im gemeinsamen Arbeiten, im Austausch in Kleingruppen und in den Pausen entstand ein produktiver Rahmen, in dem Fragen gestellt, Ideen geschärft und nächste Schritte konkret geplant werden konnten. Gerade diese Verbindung aus fachlicher Tiefe, kollegialer Beratung und Vernetzung macht die Projektschmiede zu einem wichtigen Baustein im BGZ-Förderzusammenhang.
Ein besonderer Dank gilt den Trainer*innen Christian van den Kerckhoff, Elvin Ruić vom BIM e. V. und Edmar Figueira Leão vom Internationalen Bund/Frankfurt Main für ihre fachliche Begleitung und den Teilnehmenden für ihr großes Engagement.
Wir freuen uns über die gelungene Projektschmiede 2026 und auf viele der Projekte, die daraus weiter wachsen.
Vorbereitungstreffen der Magdeburger Interkulturellen Wochen 2026
Nach der Begrüßung durch das Orga-Team bot eine Vorstellungsrunde Raum zum Kennenlernen, zum Wiedersehen engagierter Akteur*innen aus den Vorjahren und zum Teilen bereits gemachter Kooperationserfahrungen. Im Anschluss wurden die Interkulturellen Wochen 2025 gemeinsam ausgewertet und der Rahmen für die IKW 2026 vorgestellt – inklusive Zeitrahmen, Förder- und Meldemodalitäten sowie erster Infos zum bundesweiten Motto „dafür!“.!
Gegen Ende des Treffens entwickelte sich ein besonders reger Austausch: In offener Atmosphäre sammelten die Beteiligten Themenideen, loteten neue Kooperationen aus und verabredeten sich für weitere gemeinsame Schritte in Richtung IKW 2026. Die Stimmung war durchgehend sehr positiv – ein gelungener gemeinsamer Start in die nächsten Magdeburger Interkulturellen Wochen.
Junge, kreative Köpfe gesucht: Noch bis 1....
Von animierten Abenteuern bis Zettelpoesie: Bereits zum 29. Mal zeichnen die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt Beiträge aus, die die Perspektiven junger Menschen auf kreative Weise sichtbar und hörbar machen. Unter dem Motto »Mach doch!« können Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre ihre Werke noch bis zum 1. April 2026 beim Kinder- und Jugend-Kultur-Preis einreichen.
Ob laut oder leise, bunt oder minimalistisch, wild oder tiefgründig: Der Wettbewerb, der in Kooperation mit der .lkj) – Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. ausgerichtet wird, möchte jungen, kreativen Menschen eine Bühne geben – für ihre Werke, ihre Gedanken, ihre Fragen und Visionen. Mitmachen können alle, die gute Ideen haben, etwas zu sagen haben oder verändern möchten. Eingereicht werden können eigene Songs, Tanz- oder Theaterstücke, Filme, Fotos, Podcasts, Kunstwerke oder literarische Texte. Auch Aktionen im urbanen Raum oder Stadtteilprojekte sind willkommen. Erwachsene dürfen unterstützen – der Impuls und der kreative Part sollten jedoch von den Teilnehmer*innen ausgehen.
Zu gewinnen gibt es Preise im Gesamtwert von 6.500 Euro. Neben der fünfköpfigen Fachjury – bestehend aus Vertreter*innen verschiedener Kultursparten – entscheidet auch eine Kinder- und Jugendjury, wer eine der elf Auszeichnungen erhält. Die Preisverleihung findet am 26. Juni 2026 im Bauhausgebäude in Dessau statt.
Die wichtigsten Infos auf einen Blick:
- Teilnehmen dürfen Kinder und Jugendliche aus Sachsen-Anhalt bis 21 Jahre.
- Alle Kultursparten sind erlaubt. Die Werke sollten nicht älter als ein Jahr sein.
- Preise im Gesamtwert von 6.500 Euro
- Einsendeschluss: 1. April 2026
Infos und Anmeldung: www.kjkp.lkj-lsa.de
förderBar | online / LOKAL – Programm...
Kunstitut im Interview
Mit dem KUNSTITUT begrüßen wir ein neues Mitglied in unserem Verband der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Sachsen-Anhalt.
Das Projekt aus dem Altmarkkreis Salzwedel setzt sich dafür ein, jungen Menschen neue Räume für künstlerische Praxis, Kulturelle Bildung und Mitgestaltung zu eröffnen – besonders im ländlichen Raum. Als Jugendkunstschule mit dezentralem Ansatz verbindet das KUNSTITUT kreative Prozesse mit Beteiligung und regionaler Vernetzung. Seit seiner Gründung im Herbst 2025 arbeitet das Team daran, gemeinsam mit Künstler*innen, Bildungseinrichtungen und lokalen Partner*innen nachhaltige Kultur- und Lernorte für junge Menschen in der Altmark aufzubauen.
Im Interview stellt sich das Team vor und gibt Einblicke in seine Motivation, Arbeitsweise und aktuellen Themen.
»Mit dem KUNSTITUT entstehen im Altmarkkreis Salzwedel neue, langfristig angelegte Bildungs- und Kulturorte für junge Menschen.«
Wer seid ihr?
Ein Institut für Kunst? Die Kunst, die tut? Wir sind das KUNSTITUT. Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie ambitioniert: Mit dem KUNSTITUT entstehen im Altmarkkreis Salzwedel neue, langfristig angelegte Bildungs- und Kulturorte für junge Menschen. Als Jugendkunstschule mit dezentralem Ansatz verbindet das Projekt künstlerische Praxis, kulturelle Bildung und demokratische Beteiligung – und reagiert damit auf zentrale Herausforderungen hier im ländlichen Raum in der Altmark. Im Herbst 2025 wurde das KUNSTITUT feierlich gegründet und befindet sich nun offiziell mitten in der Umsetzungsphase des vom Bund geförderten Aller.Land-Programms.
Im Kunsthaus Salzwedel befindet sich unser Projektbüro vom KUNSTITUT.
Hier, bei Marion, Jacob und Anne laufen alle Fäden zusammen. Zu dritt sind sie die zentrale Schnitt- und Anlaufstelle für alles Organisatorische und noch vieles mehr. Egal ob Texte, Termine oder tolle Ideen – wir koordinieren, unterstützen und sorgen dafür, dass im KUNSTITUT bestenfalls alles reibungslos funktioniert und die kreativen Projekte erfolgreich mit regionalen Künstler*innen umgesetzt werden können.
Was bewegt euch gerade?
Uns bewegt im Moment vor allem die starke Dynamik, mit der unser Projekt gestartet ist. Wir konnten ein engagiertes Projektteam zusammenstellen und mit einer gelungenen Öffentlichkeitsarbeit einen wirksamen Auftakt setzen. Unsere Homepage ist online, die Mit-Mach-Ausstellung ist auf große Resonanz gestoßen, und wir haben Bedarfe sowie bestehende Netzwerke gut erfassen und kartieren können.
Wir spüren viel Rückenwind: Aufmerksamkeit, positive Rückmeldungen und zahlreiche Projektanfragen zeigen uns, dass unser Ansatz auf Interesse stößt – sowohl bei jungen Menschen als auch bei Netzwerkpartner*innen. Diese hohe Projektdynamik motiviert uns und bestärkt uns in unseren ambitionierten Zielen.
Gleichzeitig bewegt uns das Bedürfnis, bewusst innezuhalten. Wir wollen unsere Strukturen weiter schärfen, tragfähige organisatorische Grundlagen aufbauen und eine klare strategische Ausrichtung entwickeln. Eine zentrale Frage ist dabei: Wie flechten wir uns als KUNSTITUT sinnvoll und nachhaltig in die bestehende Bildungslandschaft ein – in das Gefüge aus Schulen, Jugendhilfe, Kulturinstitutionen, Sozialträgern und Verwaltung? Und wie können wir unser innovatives künstlerisches Potenzial so einbringen, dass echte Mehrwerte entstehen – ergänzend, vernetzend und Impulse setzend?
Gerade dieses Spannungsfeld zwischen Aufbruch und Strukturaufbau, zwischen künstlerischer Freiheit und strategischer Verankerung, beschäftigt uns derzeit besonders.
Was treibt euch in eurer Arbeit an?
Das Kind in uns. Die Beobachtungen. Der Transformationsdruck. Gesellschaftliche Umbrüche. Der Wunsch, dass junge Menschen Zugang zur Kreativität bekommen und behalten. Und sie kraftvoll für ihr eigenes Leben nutzen.
Was bringt euch zum Lachen?
Vieles! Bei uns wird oft gelacht. Wir nehmen uns selbst nicht zu ernst.
Das Jahr 2025 war für uns ein Jahr des bewussten Hinschauens, der offenen Gespräche und des gemeinsamen Wachsens. In unserem Jahresbericht lassen wir die wichtigsten Entwicklungen, Erfolge und Momente Revue passieren: Besonders freuen wir uns über sieben neue Mitglieder, die unsere Gemeinschaft bereichern und das Spektrum kultureller Kinder- und Jugendbildung in Sachsen-Anhalt sichtbar erweitern. Die Erhöhung der institutionellen Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt war ein deutliches Bekenntnis zur Bedeutung der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Weiterhin konnten wir unsere Kompetenzen im Bereich der mentalen Gesundheit junger Menschen ausbauen und hierauf einen neuen Schwerpunkt unserer Arbeit legen. Wir blicken dankbar auf ein Jahr zurück, das Spuren des Bewusstseins, der Verbundenheit und der Zuversicht hinterlassen hat – so zeigte das bundesweite Vernetzungstreffen der »Houses of Resources«, das im September bei uns in Magdeburg stattfand, eindrucksvoll, wie Zusammenarbeit und Austausch Empowerment sichtbar machen. Welche Themen uns im Jahr 2025 noch bewegt haben, könnt ihr ab sofort in unserem Jahresbericht nachlesen.
Soundcheck digital – Kreativ werden mit Musik...
Digitale Musikvermittlung kann dort ansetzen, wo Worte fehlen, Hemmschwellen hoch sind oder klassische Methoden nicht greifen. Beim heutigen Workshop kamen rund 30 Teilnehmende aus Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und weiteren Regionen zusammen, um genau diese Potenziale gemeinsam zu erkunden.
Schon zu Beginn wurde deutlich: Musik muss nicht perfekt sein, um zu wirken. Mit einfachen digitalen Tools entstanden Klänge, kleine Melodien und erste Beats — oft spontan, manchmal überraschend, immer im eigenen Tempo. Das gemeinsame Ausprobieren öffnete einen Raum, in dem Neugier wichtiger war als Vorerfahrung.
Digitale Anwendungen wie Blob Opera, Chrome Music Lab und BandLab zeigten, wie schnell kreative Prozesse entstehen können. Ein Ziehen mit der Maus, ein Klick im Raster, ein Loop an der richtigen Stelle — und plötzlich war Musik da. Nicht als Produkt, sondern als Erlebnis, das zum Weiterdenken einlud.
Der Workshop bot zudem Raum für Austausch und kollegiale Gespräche. Teilnehmende hatten die Möglichkeit, eigene Erfahrungen einzubringen, Fragen zu stellen und sich über unterschiedliche Perspektiven und Praxisfelder hinweg zu vernetzen.
Digitale Musikvermittlung erwies sich dabei als verbindendes Element: Sie ermöglicht gemeinsames Arbeiten, auch ohne musikalische Ausbildung, schafft Gesprächsanlässe und eröffnet kreative Zugänge, die Nähe, Beteiligung und Mitgestaltung fördern.
Organisiert wurde die Veranstaltung in Kooperation von der .lkj) Sachsen-Anhalt und jugend@bw.
Schutz statt Verbote: Positionspapier zur kulturellen Medienbildung
Das neue Positionspapier Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) widmet sich dem Thema digitale Teilhabe. Unter dem Titel »Digitale Teilhabe sichern. Kulturelle Medienbildung für und mit jungen Menschen gestalten« will das Papier den Diskurs über Digitalität als gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe befördern. Es betont das Potenzial digitaler Räume als Lernressource sowie Kultur-, Gestaltungs- und Teilhaberaum und zeigt auf, wie kulturelle Medienbildung sowohl für die Praxis als auch für die Politik gewinnbringend gestaltet werden kann. Auch die .lkj) Sachsen-Anhalt brachte ihre Expertise in das Papier ein: Nadia Boltes, stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin der »Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung«, war an der Ausarbeitung beteiligt. Das Positionspapier wird von 55 bundes- und landesweiten Mitgliedsorganisationen des Dachverbandes unterstützt.
Foto: Andi Weiland













