KIEZ 2.0 Die Rebellion geht weiter.
Im Rahmen des Projekts »KIEZ 2.0 – Die Rebellion geht weiter« beleben wir Stadtteile in Magdeburg wieder. Mit kreativen, künstlerischen und unkonventionellen Ideen bringen wir neuen Schwung in die Gebiete Altstadt, Neue Neustadt, Olvenstedt und Südost.
Eingeladen zum Mitmachen werden junge Menschen zwischen 6 und 27 Jahren, die in diesen Stadtteilen leben. Sie sollten außerdem Lust haben, etwas in ihrem eigenen Kiez zu bewegen. Wir geben grundsätzlich allen die Möglichkeit zur Teilhabe, unabhängig von nationaler und sozialer Herkunft. Dennoch möchten wir insbesondere denen eine Chance geben, die von kostenpflichtigen Bildungs- und Freizeitangeboten ausgeschlossen werden.
Das machen wir:
- Wir geben denen eine Theaterbühne, die oft ungehört bleiben.
- Wir füllen Leerstellen mit Kreativität.
- Wir machen Straßenkunst in der Platte und schaffen grüne Oasen im tristen Großstadtgrau.
Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen erarbeiten wir Ideen, wie dem schlechten Image ihres Stadtteils etwas Nachhaltiges, Starkes, Buntes und Erfüllendes entgegengesetzt werden kann. Zugangshürden im Sinne von finanziellen Mitteln, Sprache und baulichen Bedingungen möchten wir mit dem Projekt abbauen. Alle Ideen werden in Absprache mit Stadtteilmanager*innen, Anwohnenden sowie Kooperationspartner*innen geplant und umgesetzt.
Weiterhin ist es unser Ziel, Empowermentprozesse anzuregen und Geschlechtergerechtigkeit im Stadtteil zu fördern.
Projektzeitraum: 01.09.2018 – 31.01.2022
»KIEZ 2.0 – Die Rebellion geht weiter« ist ein Programm der .lkj) Sachsen-Anhalt e. V. und wird gefördert von Aktion Mensch und der Heidehof Stiftung.
Themen (Handlungsfelder):
- Förderung der Geschlechtergerechtigkeit im Stadtteil
- Empowermentarbeit für rassismuserfahrene Menschen
- Unterstützung von Kindern und Jugendlichen bei der Verwirklichung ihrer kreativen Ideen und nachhaltige Verbesserung des Lebens im Kiez
Zielgruppe
Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 27 Jahren, die in Magdeburg leben. Insbesondere junge Menschen, denen der Zugang zu kultureller Bildung verwehrt wird.
Standorte
Wir arbeiten in Magdeburg in den Stadtteilen Altstadt, Neustadt, Olvenstedt und Südost.
Kontakt Deine Ansprechpersonen:
Aktuelles aus dem Projekt
Kiez: Ende
Nun endet zum Monatsende das im September 2018 gestartete Projekt »KIEZ 2.0 – Die Rebellion geht weiter«. Wir bedanken uns herzlich für die tollen Kooperationen, die wertvolle Unterstützung, die wunderbaren Teilnehmenden und Kiezrebell*innen!
Schlafen Fische? - Kiez Inszenierung in Magdeburg
Emil ist gestorben. Seine Schwester Jette erzählt uns warum das passiert ist, »Friedhof« ein komisches Wort ist und Emils Beerdigung nicht so lief, wie sie es im Vorfeld mit ihm durchgespielt hat. Außerdem erfahren wir, ob Fische tatsächlich schlafen und wie Superpizzalieferboy auf die Erde gelangt ist.
Schlafen Fische? ist ein Kinderbuch aus der Feder von Jens Raschke, wurde für uns inszeniert von Regisseur Marcus Kaloff und tourt mit Kerstin Reichelt als »Jette« durch Magdeburg.
Mein Lieblingsort
Herbstferien in Magdeburg Südost!
Gemeinsam mit dem Hort in Westerhüsen haben wir genau hingehört!
Das Herbstlaub knirscht unter den Füßen und die Sonne erhellt den Hort Westerhüsen. „Wo bist du am liebsten?“ fragen wir in die Runde und „Warum eigentlich?“
Heraus kamen spannende Geschichten, die bald in einer digitalen Ausstellung zu hören sind. Ihr könnt aber auch jetzt schon einen kleinen Ausflug zu Linas Lieblingsorten mit uns wagen.
Das Projekt wird gefördert durch Mittel des Fonds Soziokultur aus dem Programm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) „NEUSTART KULTUR“.
Stadtteil Sommerfest Südost
Solidarisches Stadtteilfest Salbke
Am 22.05. fand am Kieztreff Salbke ein Solidarisches Stadtteilteilfest statt. Gemeinsam mit Anwohner*innen wurde mit kreativem Methoden und ausreichend Abstand zusammen der Samstag gestaltet und Raum für Gespräche gegeben .
Zeitzeug*inneninterviews 2.0
Im Kiez Magdeburg Südost fanden am 07.04.2021 Tonaufnahmen im Rahmen der Überarbeitung und Neuauflage der Wanderausstellung Zwangsarbeit und KZ-Haft in Magdeburg statt. Diese setzt sich historisch-kritisch mit dem NS-Vernichtungssystem in Magdeburg auseinander und richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene. Professionelle Schauspieler*innen vertonten Zeitzeug*inneninterviews von Menschen, welche während des Nationalsozialismus in Magdeburg inhaftiert waren und bewahren diese somit für die folgenden Generationen. Sie setzten damit auch den Auftakt zur digitalen Aufbereitung eines Gemeinschaftsprojekts in der historisch-politischen Jugendbildungsarbeit.
Mit den Bildern geben wir euch einen Einblick in den Aufnahmetag im Medien- und Musikzentrum Gröninger Bad.
Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Miteinander e.V., der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V., des Landesjugendwerks der AWO Sachsen-Anhalt e.V. sowie der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg und wird koordiniert vom Netzwerk für Demokratie und Courage Sachsen-Anhalt e.V.
Text und Bilder:
Jan Renner (Netzwerk für Demokratie und Courage Sachsen-Anhalt e.V.)
UtopiaLab Methodenhandbuch
KIEZkunst – bau dir deine Utopie“ ist nun als Methodenkoffer auf unserer Homepage verfügbar.
Wir laden mit dem im UtopiaLab entwickelten Chatroboter „Solotta“ ein, spielerisch die eigene Umgebung digital und analog zu erkunden und sich mit neuen Methoden der digitalen Bildung im öffentlichen Raum auseinanderzusetzen.
Es können verschiedene Szenarien, wie bspw. als Gruppe in einem Jugendclub oder als Projekttage zum Thema Stadtteilerkundung und Zukunftsforschung nachgeschlagen werden und durch die digitale Anleitung kann es jederzeit losgehen!
Die jeweiligen Schritte des Methodenkoffers KIEZkunst – bau dir deine eigene Utopie, bauen sinnvoll aufeinander auf und folgen einem bestimmten Narrativ. Das bedeutet aber nicht, dass es nur einen richtigen Weg gibt, die Entdeckung deines Stadtteils, Anleitung zur Aktionskunst und Formulierungen deiner Wünsche zu organisieren.
Im Gegenteil, alle Materialien sollten nach den eigenen Bedürfnissen und Interessen verwendet werden.
Lust auf Südost // Rückblick auf die...
Magdeburger Künstler*innen und Jugendliche finden sich in Magdeburg Südost in Werkstätten zusammen, um gemeinsam verschiedene Kunstwerke im öffentlichen Raum zu erschaffen. Kunstformen, wie Tape Art, Malerei, Moosgraffiti sowie Video- und Textilkunst wurden hierbei gemeinsam erprobt und in der Galerie sichtbar gemacht.
Die Straßengalerie wurde am 17. September 2020 am Kieztreff Salbke (Alt Salbke 33) im Rahmen des KIEZ 2.0 Kunst Aktion Tags eröffnet und lud zum Entdecken ein! Die in den Werkstätten entstanden Ergebnisse wurden der Öffentlichkeit präsentiert, dazu fanden kostenfreie Mitmachangebote rund um das Thema Zukunft für Kinder und Jugendliche statt.
Das Projekt „Straßengalerie“ der Landesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. ist in das Programm „Werkstatt Vielfalt“ der Robert Bosch Stiftung aufgenommen worden. Mit der „Werkstatt Vielfalt“ unterstützt die Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der Stiftung Mitarbeit finanziell Projekte, die die unmittelbare Nachbarschaft, die Gemeinde oder das Viertel beleben. „Uns liegen Projekte in der direkten Nachbarschaft am Herzen“, sagt Hanns-Jörg Sippel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Mitarbeit. „Auf lokaler Ebene lässt sich Begegnung am besten gestalten.“
In das Projekt „Straßengalerie“ waren die Magdeburger Künstler*innen und Kulturschaffenden Veronika Riedel, Franziska Gutkäse, Martin Gerth, Luise Schächer, Max Grimm, Adrian Osterburg und Svenja Heinrichs involviert.
KIEZ Kunst.Aktions.Tag
Am 17. September 2020 kamen rund um das Lesezeichen im Stadtgebiet Südost Kinder und Jugendliche mit Künstler*innen zum utopischen Kunst Aktions Tag zusammen.
Neben den Zeichenrobotern und einem mobilen Forschungsinstitut waren auch die Gestalter*innen der Straßengalerie vor Ort, um ihre Kunstwerke gemeinsam mit den Teilnehmenden zu finalisieren. Das UtopiaLab ist ein temporäres mobiles Zukunftslabor, das im öffentlichen Raum Magdeburgs unterwegs ist. Es lädt Kinder, Jugendliche und Anwohner*innen zum Verweilen, Informieren und Forschen ein und entwickelt mit ihnen Zukunftsvisionen für ihre Stadt. Es fanden zudem Mitmach-Stationen und Diskussionsrunden statt, in denen mögliche Zukünfte erdacht werden.
Bereits in den Sommerferien erprobten Kinder der Grundschule Salbke Elemente des UtopiaLabs. Die Ergebnisse wurden am Kunst Aktions Tag präsentiert und auch politischen Entscheidungsträger*innen und der Kinderschutzbeauftragten der Landeshauptstadt Magdeburg vorgestellt.
Seit Anfang September wurden in mehreren Werkstätten verschiedene Kunstwerke im öffentlichen Raum entwickelt und umgesetzt. Kunstformen, wie Tape Art, Malerei, Moosgraffiti, sowie Video- und Textilkunst wurden hierbei gemeinsam erprobt und in der Straßengalerie rund ums Salbker Lesezeichen sichtbar gemacht.
Die Straßengalerie wurde am 17. September 2020 beim KIEZ Kunst.Aktions.Tag fertig gestellt.
TapeArt
Kinder aus Magdeburg Südost reisten eine Woche lang mit ihren Gedanken in die Zukunft und analysierten, begutachteten ihr Umfeld genauer und entwickelten dann nützliche und lustige Ideen, die sie sich für ihren Alltag wünschen. Mit dem Jetpack zur Schule fliegen, ein Kühlschrank, der sich selbst aufräumt und fehlendes Essen nachbestellt, weniger Müll, Bäume, die Wünsche erfüllen oder eine Schranke, die nur wenige Autos durchlässt, waren nur einige ihrer Gedanken.
Diese Utopien stellten wir mit Hilfe von Aktionskunst in den öffentlichen Raum, um sie mit anderen zu teilen.
Besucht wurde das UtopiaLab von kleinen Robotern der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik, angeleitet durch Dr.-Ing. Mathias Magdowski. Die Teilnehmenden bekamen die Möglichkeit, mit ihnen zu spielen, sie programmieren und mit kleinen Kugelrobotern zu malen.
#Zukunftsforschung
In dem Workshop „Zukunftsspielplatz“ spekulieren wir gemeinsam über die Zeit, die vor uns liegt: Von wilder Science-Fiction bis hin zu wissenschaftlichen Zukunftsprognosen. Darüber wollen wir dann ins Gespräch kommen: Was sagt die Zukunft über die Gegenwart aus? Was wollen wir heute anpacken um eine andere Zukunft zu erfinden? Mit kreativen Methoden wird über mögliche Lebensformen nachgedacht und spielerisch die Zukunft ausprobiert. Für alle, die jenseits von alltäglichen Strukturen über zukünftige Produkte, Gesellschaftsformen und Lebenswelten sinnieren wollen. Wir fragen uns unter Anderem: Was werde ich essen, wo wohnen, wie fortbewegen, womit kommunizieren und wen treffen?
#KIEZkunst – bau dir deine Utopie
Der Workshop “KIEZkunst” regt dazu an, den eigenen Kiez zu entdecken und zu gestalten.
Wie sieht es aus, vor der eigenen Haustür, und noch wichtiger, wie könnte es in Zukunft aussehen? Kreativ wird eine Utopie des Stadtteils entwickelt. Was fehlt, was muss weg, was muss sich verändern? Eine Ideenwerkstatt inspiriert dazu, diese Utopien in künstlerischen Aktionen im Kiez und im Digitalen zu präsentieren und mit Anderen zu teilen.
Ihr werdet von einem Chatbot durch den Workshop geleitet und lernt dabei spannendes über Städtebau und Aktionskunst. Auf digitalen Pinnwänden bekommt ihr die Möglichkeit, euch miteinander auszutauschen. Der Workshop kann alleine oder in einer Gruppe durchgeführt werden.
#Robotik
Wie kreativ können Menschen und Roboter zusammen malen? Dazu packen wir für die Aktion mit dem Namen “RoboPicasso” golfballgroße Roboter farbdicht ein, lassen diese erst durch Farbe und dann über große weiße Blätter fahren und freuen uns auf aufregende Zeichnungen. Steuern kann die Roboter im Rahmen des Projekts „UtopiaLab“ jede*r von 3 bis 99 Jahren per Smartphone oder Tablet-PC. Die Aktion verbindet kreative Gestaltung und Techniksensibilisierung auf innovative Art und Weise. Zum Zeichnen nutzen wir unter anderem Sphero-Roboter in Kugelform, die etwa so groß wie ein Tischtennisball sind, aber voller Technik stecken. Zwei Motoren, ein Akku, farbige LEDs und ein Fernsteuermodul ermöglichen den Sphero per Smartphone zu steuern. Wir packen die Roboter in eine wasser- und farbdichte Hülle und verwenden diesen als fahrbaren Farbroller bzw. Pinsel. Der Roboter fährt zunächst durch Farbe, nimmt diese an der Oberfläche auf und gibt sie beim Hinüberfahren über eine Leinwand wieder ab. Dadurch entstehen je nach Farbauswahl und Steuerung abstrakte, farbenfrohe und interessante Zeichnungen und Zukunftsmuster.
Klein, aber oho! Der Smartibot ist ein kleiner, fahrbarer Roboter, dessen Gehäuse fast komplett aus Pappe besteht. Seine zwei Motoren sind an eine Steuerungsplatine angeschlossen. Und die wird ganz einfach mit grafischen Blöcken von einem Handy oder Tablet-PC aus programmiert.
Präsentation am Kunst-Aktions-Tag
Am 17. September 2020 planen wir am Lesezeichen in Salbke einen utopischen Kunst Tag. Neben den Zeichenrobotern und einem mobilen Forschungsinstitut bekommen wir auch Besuch von Gestalter*innen der Straßengalerie Südost. Es wird zudem eine rollende Mal-Maschine geben, mit der wir den Platz für einen Tag besetzen. Zusammen machen wir die Straße mit Kreide bunt, so bunt, wie wir uns die Welt eigentlich immer wünschen. Die in den Workshops entstanden Ergebnisse werden der Öffentlichkeit präsentiert und in einer Pressekonferenz auch politischen Entscheidungsträger*innen vorgestellt. Zusätzlich sind Führungen von Kindern für Kinder geplant.

Das Format UtopiaLAB wird freundlicherweise gefördert durch die „Ich kann was“-Initiative der Deutschen Telekom Stiftung.
Straßengalerie macht Lust auf Magdeburg Südost
Im September wird es voll, rund um das Lesezeichen im Stadtgebiet Südost. Magdeburger Künstler*innen und Jugendliche finden sich vor Ort in Werkstätten zusammen, um gemeinsam verschiedene Kunstwerke im öffentlichen Raum zu erschaffen. Kunstformen, wie Tape Art, Malerei, Moosgraffiti, sowie Metall- und Textilkunst werden hierbei gemeinsam erprobt und in der Galerie sichtbar gemacht.
Die Straßengalerie wird am 17. September 2020 um 13:00 Uhr am Kieztreff Salbke (Alt Salbke 33) im Rahmen des KIEZ 2.0 Kunst Aktion Tags eröffnet und lädt zum Entdecken ein! Die in den Werkstätten entstanden Ergebnisse werden der Öffentlichkeit präsentiert, dazu finden bis 18:00 Uhr kostenfreie Mitmachangebote rund um das Thema Zukunft für Kinder und Jugendliche statt.
Das Projekt „Straßengalerie“ der Landesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. ist in das Programm „Werkstatt Vielfalt“ der Robert Bosch Stiftung aufgenommen worden. Mit der „Werkstatt Vielfalt“ unterstützt die Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der Stiftung Mitarbeit finanziell Projekte, die die unmittelbare Nachbarschaft, die Gemeinde oder das Viertel beleben. „Uns liegen Projekte in der direkten Nachbarschaft am Herzen“, sagt Hanns-Jörg Sippel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Mitarbeit. „Auf lokaler Ebene lässt sich Begegnung am besten gestalten.“
In das Projekt „Straßengalerie“ sind die Magdeburger Künstler*innen und Kulturschaffenden Veronika Riedel, Pawel Lickas, Franziska Gutkäse, Martin Gerth, Luise Schächer, Max Grimm und Svenja Heinrichs involviert.
Lust auf Südost - Interview mit Kiezrebellin...
Unter dem Motto »Euer Kiezladen in Südost – aber wie?!« hat Sofia im November im Zwischennutzungsprojekt in Magdeburg Südost ein Beteiligungsprogramm organisiert. Sie wollte Eindrücke des Stadtteils Salbke sammeln, ihn gemeinsam mit den Anwohner*innen neu entdecken und Ideen für das Projekt und die Zukunft von Südost entwickeln. Unter anderem darüber hat sie auch ihre Bachelorarbeit geschrieben.
Im Gespräch erzählt sie, wie es dazu gekommen ist, und welche spannenden Erfahrungen sie im Stadtteil an der Elbe gemacht hat.
Aufgewachsen in einem Dorf bei Frankfurt am Main ist Sofia nach der Schule für einen Freiwilligendienst nach Lousã, Portugal gegangen.
Zum Studium ist sie dann 2015 nach Magdeburg gekommen. Schnell hat sie dort die Kulturszene für sich entdeckt und war seitdem in verschiedenen Projekten aktiv, beispielsweise beim Kultur- und Veranstaltungsportal Magdeboogie.
Gelebt und studiert hat sie zeitweise außerdem in Lissabon, Portugal und in Maputo, Mosambik.
Foto © Nikolas Antoniades
Sofia, wie kamst du zur .lkj) Sachsen-Anhalt und nach Magdeburg Südost?
Das erste Mal in Kontakt mit der .lkj) Sachsen-Anhalt war ich 2015 als Teilnehmerin am Fotowettbewerb F/12. Danach war für mich die .lkj) Sachsen-Anhalt als Teil der Magdeburger Kulturszene stets präsent.
Ich habe in Magdeburg cultural engineering – Kulturwissenschaft, Wissensmanagement und Logistik studiert. Für meine Bachelorarbeit war ich auf der Suche nach einem spannenden Thema, bei dessen Bearbeitung ich auch praktische Erfahrungen sammeln könnte. Nadia und Christina schlugen mir dafür das Zwischennutzungsprojekt in Südost vor und die Idee gefiel mir sofort sehr gut!
Warum hattest du Lust darauf am Südost Projekt mitzuwirken?
Der Magdeburger Stadtteil Südost, den ich selbst noch nicht kannte, war für mich ein spannendes Umfeld für ein Projekt. Ich fand es außerdem spannend, in einem Stadtteil aktiv zu werden, in dem es zuvor nur wenige kulturelle Angebote gab.
Ich habe in dem Südost Projekt mitgewirkt, da es mir sehr viel Freude bereitet hat, Methoden aus der kulturellen Bildung umzusetzen und gegebenenfalls an die Teilnehmenden und das Umfeld anzupassen. Für mich war das eine interessante Möglichkeit, einen solchen Beteiligungsprozess aus nächster Nähe mitzuerleben und zu gestalten. Gleichzeitig konnte ich hierbei spannende Erkenntnisse für meine Bachelorarbeit erlangen.
Womit hast du dich in deiner Bachelorarbeit beschäftigt?
Meine Bachelorarbeit trägt den Titel »Überlegungen zu einer dispositivanalytischen Stadtentwicklung«. Ich habe dabei also den Begriff des Dispositivs genutzt, um städtische Räume zu betrachten. Der Begriff des Dispositivs wurde geprägt durch den Philosophen Michel Foucault. Er nutzt den Begriff um zu untersuchen, wie bestimmte gesellschaftliche Strukturen und Annahmen das Handeln und Denken der Menschen beeinflussen.
Das mag sehr theoretisch und kompliziert klingen, aber als ich in meiner Arbeit einen Stadtteil aus dieser Perspektive betrachtet habe, erschien es mir sehr nachvollziehbar. Dort wirken viele Komponenten zusammen und bilden eine Struktur, die dazu führt, dass ich den Stadtteil auf bestimmte Weise wahrnehme und ich mich entsprechend verhalte. Dabei spielt es zum Beispiel eine Rolle, wie über den Stadtteil geschrieben und gesprochen wird, wie andere Menschen sich in dem Stadtteil verhalten, welche Gebäude, Gegenstände, Institutionen und natürliche Gegebenheiten dort aufzufinden sind, wie sich Anwohner*innen mit dem Stadtteil identifizieren und wie sich der Stadtteil historisch entwickelt hat. Beim Schreiben meiner Arbeit habe ich mich damit beschäftigt, wie sich solche Strukturen in Städten entwickeln und festigen, sodass sie unveränderbar erscheinen.
Mir war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass Strukturen in Städten nicht als unveränderbar hingenommen werden sollten. Veränderung ist immer möglich und zukünftige Entwicklung kann gestaltet werden! Eine dispositivanalytische Stadtentwicklung, wie ich sie in der Arbeit angedacht habe, betrachtet einen Stadtteil also ganzheitlich, aber nicht als etwas determiniertes, unveränderbares System, sondern als Ausgangspunkt für eine auf vielfältige Weise möglichen Entwicklung.
Nachdem ich mir viele theoretische Gedanken gemacht hatte, war es sehr spannend, diese Sichtweise in Methoden der kulturellen Bildung zu übertragen und damit praktisch anzuwenden. Dazu hatte ich dann in Südost die Möglichkeit.
Erzähle kurz, wie du bei dem Projekt in Magdeburg Südost mitgewirkt hast.
Zu Beginn des Zwischennutzungsprojekts in Südost habe ich ein Beteiligungsprogramm zur Gestaltung des Projekts durchgeführt. Unter dem Motto »Dein Kiezladen in Südost – aber Wie?!« war der Ladenraum zwei Wochen lang geöffnet.
Ich habe Methoden der kulturellen Bildung eingesetzt, um gemeinsam mit den Anwohner*innen über den Stadtteil nachzudenken – wie leben wir hier? Was ist uns wichtig? Was macht den Stadtteil aus? Beispielsweise bei einem Fotospaziergang, beim Markieren besonderer Orte im Stadtteil auf einer Landkarte oder bei einem historischen Vortrag konnte der Stadtteil aus neuen Perspektiven kennengelernt werden. Es sollte dabei auch deutlich werden, wie die verschiedenen Komponenten eines Stadtteils zusammenwirken, sodass er zu dem wird, was er heute ist. Das war auch für meine Bachelorarbeit besonders spannend.
Erst im Bewusstsein des Ist-Zustands wird ein Nachdenken über den Soll-Zustand und damit über die Zukunft möglich. Auch in diesem zweiten Schritt habe ich Methoden der kulturellen Bildung angewendet, beispielsweise eine Zukunftswerkstatt, ein Modell des Ladenraums und Anregungen zum Entwickeln von Utopien. Es war dabei schön zu sehen, wie viele Ideen die Anwohner*innen für das Zwischennnutzungsprojekt und Südost hatten.
Bei der Planung und Durchführung des Projekts war es mir besonders wichtig, die Anwohner*innen einzubeziehen. Schließlich geht es um ihren Stadtteil, den sie gestalten können!
Wieso sind solche Methoden der kulturellen Bildung wichtig für die Stadtentwicklung und die Entwicklung von Bsp. Salbke?
In meiner Bachelorarbeit habe ich auch darüber nachgedacht, welche Potenziale sich für die Stadtentwicklung ergeben, indem ein Stadtteil durch Methoden der kulturellen Bildung ganzheitlich betrachtet wird. Ich denke, dass dadurch Stadtentwicklungsmaßnahmen besser an die Bedarfe und Interessen in einem Stadtteil angepasst werden können. Außerdem kann durch den ganzheitlichen Blick eine schlüssige Erzählung über den Stadtteil entwickelt werden, durch die sich ein Stadtteil attraktiv präsentieren kann und durch die sich Anwohner*innen besser mit dem Stadtteil identifizieren können. In der Auseinandersetzung wird die Bindung der Anwohner*innen an den Stadtteil gestärkt und sie eignen ihn sich auf neue Weise an. Ein weiteres Potenzial liegt darin, dass durch Methoden der kulturellen Bildung Beteiligungsprozesse anders umgesetzt werden können.
Ich denke, dass Südost sich in den kommenden Jahren vielseitig entwickeln kann. Es ist ein grüner, nachbarschaftlicher Stadtteil, der sich im Aufbruch befindet. Um diese Entwicklung zu gestalten, ist die Kreativität, die durch Methoden der kulturellen Bildung zum Vorschein kommt, sehr wichtig.
Welche Ergebnisse aus deiner Abschlussarbeit möchtest du mit den Anwohner*innen teilen?
Südost ist mir im Laufe der Planung und Durchführung des Projekts auf besondere Weise ans Herz gewachsen. Beim Schreiben meiner Arbeit wurde mir klar, dass in Südost viel Potenzial besteht. Ein dörflich anmutender Zusammenhalt und die Nähe zur Elbe machen den Stadtteil zu etwas ganz Besonderem. Trotzdem setzt sich oft ein anderes Bild durch – benachteiligt, abgehängt, leer stehend.
Beim Schreiben meiner Arbeit wurde mir jedoch sehr deutlich, dass dies nur eine von vielen möglichen Deutungen ist, die sich historisch entwickelt und gefestigt hat. Die Anwohner*innen möchte ich also ermutigen, ein anderes Bild des Stadtteils zu zeichnen und die Entwicklung des Stadtteils mitzugestalten.
Was charakterisiert für dich die Zusammenarbeit mit der .lkj) Sachsen-Anhalt?
Bei der Zusammenarbeit mit der .lkj) Sachsen-Anhalt konnte ich meine eigenen Ideen umsetzen und eigenständig arbeiten. Dabei wurde mir Vertrauen entgegengebracht und ich konnte um Unterstützung und Beratung bitten. Wenn ich meine Ideen vorgestellt habe, hat es mir sehr geholfen, Input zu bekommen. Außerdem konnte ich die materiellen und ideelle Ressourcen und die Reichweite der .lkj) Sachsen-Anhalt nutzen. Es war ein gutes Gefühl, Kompetenz zugesprochen zu bekommen, aber trotzdem nicht alleine gelassen zu werden.
Und wohin geht es jetzt für dich?
Mir hat die Organisation und Durchführung des Projekts viel Spaß gemacht. Deswegen würde ich solche Projekte auch gerne in Zukunft weiterverfolgen. Wo und in welcher Form genau, das wird sich noch zeigen.
Kieztreff vorerst geschlossen!
Leider müssen wir unseren Kieztreff Südost bis auf Weiteres schließen! Alle geplanten Veranstaltungen werden verschoben, das wöchentliche Nachbarschaftscafé findet nicht statt!
Natürlich sind wir weiterhin erreichbar – per Mail und auch via Telefon!
Bildungstag: Inspiration Berufswahl
Am 22.01.2020 fand im Kieztreff Salbke eine Veranstaltung zum Thema „Inspiration Berufswahl“, angeleitet von Christina, Anna und Stefanie, statt. Gemeinsam mit einer 10-köpfigen Gruppe wurde ein entspannter und informativer Bildungstag gestaltet. Der Themenbereich wurde unter anderem mit einer spielerischen Kennlernrunde in welcher fleißig Charaktereigenschaften gezogen und untereinander getauscht wurden und praktischen Übungen zu „dos and don’ts“ bei Bewerbungsverfahren bearbeitet. Außerdem gab es eine PowerPoint-Präsentation in der auf verschiedene Aspekte, wie neue, kreative Berufe mitten im Alltagsgeschehen, eingegangen wurde. Hier konnten alle eigene Erfahrungen mit einbringen und damit viele bisher unbeantwortete Fragen beantworten.
Bericht von Charleen Vogler (FSJ Kultur)
Treffen der Quartiermanager*innen
Am 21.01.2020 ludt die Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt e.V. im Kieztreff Südost die Quartiersmanger*innen aus Sachsen-Anhalt ein.
Neben einer Einführung in die „Good Practice“ Methoden des Kooperationsverbundes Gesundheitlicher Chancengleichheit durften auch wir unsere Arbeit und im speziellen die Projektarbeit von »KIEZ 2.0 – Die Rebellion geht weiter«. in Südost vorstellen. Das lose Netzwerk trifft sich 3x jährlich, um sich zu auszutauschen und gemeinsame Themen zu bearbeiten.














