Vernetzt, kreativ, engagiert: Das KUNSTITUT wird Teil der .lkj) Sachsen-Anhalt
Mit dem KUNSTITUT begrüßen wir ein neues Mitglied in unserem Verband der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Sachsen-Anhalt.
Das Projekt aus dem Altmarkkreis Salzwedel setzt sich dafür ein, jungen Menschen neue Räume für künstlerische Praxis, Kulturelle Bildung und Mitgestaltung zu eröffnen – besonders im ländlichen Raum. Als Jugendkunstschule mit dezentralem Ansatz verbindet das KUNSTITUT kreative Prozesse mit Beteiligung und regionaler Vernetzung. Seit seiner Gründung im Herbst 2025 arbeitet das Team daran, gemeinsam mit Künstler*innen, Bildungseinrichtungen und lokalen Partner*innen nachhaltige Kultur- und Lernorte für junge Menschen in der Altmark aufzubauen.
Im Interview stellt sich das Team vor und gibt Einblicke in seine Motivation, Arbeitsweise und aktuellen Themen.
»Mit dem KUNSTITUT entstehen im Altmarkkreis Salzwedel neue, langfristig angelegte Bildungs- und Kulturorte für junge Menschen.«
Wer seid ihr?
Ein Institut für Kunst? Die Kunst, die tut? Wir sind das KUNSTITUT. Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie ambitioniert: Mit dem KUNSTITUT entstehen im Altmarkkreis Salzwedel neue, langfristig angelegte Bildungs- und Kulturorte für junge Menschen. Als Jugendkunstschule mit dezentralem Ansatz verbindet das Projekt künstlerische Praxis, kulturelle Bildung und demokratische Beteiligung – und reagiert damit auf zentrale Herausforderungen hier im ländlichen Raum hier in der Altmark. Im Herbst 2025 wurde das KUNSTITUT feierlich gegründet und befindet sich nun offiziell mitten in der Umsetzungsphase des vom Bund geförderten Aller.Land-Programms.
Im Kunsthaus Salzwedel befindet sich unser Projektbüro vom KUNSTITUT.
Hier, bei Marion, Jacob und Anne laufen alle Fäden zusammen. Zu dritt sind sie die zentrale Schnitt- und Anlaufstelle für alles Organisatorische und noch vieles mehr. Egal ob Texte, Termine oder tolle Ideen – wir koordinieren, unterstützen und sorgen dafür, dass im KUNSTITUT bestenfalls alles reibungslos funktioniert und die kreativen Projekte erfolgreich mit regionalen Künstler*innen umgesetzt werden können.
Was bewegt euch gerade?
Uns bewegt im Moment vor allem die starke Dynamik, mit der unser Projekt gestartet ist. Wir konnten ein engagiertes Projektteam zusammenstellen und mit einer gelungenen Öffentlichkeitsarbeit einen wirksamen Auftakt setzen. Unsere Homepage ist online, die Mit-Mach-Ausstellung ist auf große Resonanz gestoßen, und wir haben Bedarfe sowie bestehende Netzwerke gut erfassen und kartieren können.
Wir spüren viel Rückenwind: Aufmerksamkeit, positive Rückmeldungen und zahlreiche Projektanfragen zeigen uns, dass unser Ansatz auf Interesse stößt – sowohl bei jungen Menschen als auch bei Netzwerkpartner*innen. Diese hohe Projektdynamik motiviert uns und bestärkt uns in unseren ambitionierten Zielen.
Gleichzeitig bewegt uns das Bedürfnis, bewusst innezuhalten. Wir wollen unsere Strukturen weiter schärfen, tragfähige organisatorische Grundlagen aufbauen und eine klare strategische Ausrichtung entwickeln. Eine zentrale Frage ist dabei: Wie flechten wir uns als KUNSTITUT sinnvoll und nachhaltig in die bestehende Bildungslandschaft ein – in das Gefüge aus Schulen, Jugendhilfe, Kulturinstitutionen, Sozialträgern und Verwaltung? Und wie können wir unser innovatives künstlerisches Potenzial so einbringen, dass echte Mehrwerte entstehen – ergänzend, vernetzend und Impulse setzend?
Gerade dieses Spannungsfeld zwischen Aufbruch und Strukturaufbau, zwischen künstlerischer Freiheit und strategischer Verankerung, beschäftigt uns derzeit besonders.
Was treibt euch in eurer Arbeit an?
Das Kind in uns. Die Beobachtungen. Der Transformationsdruck. Gesellschaftliche Umbrüche. Der Wunsch, dass junge Menschen Zugang zur Kreativität bekommen und behalten. Und sie kraftvoll für ihr eigenes Leben nutzen.
Was bringt euch zum Lachen?
Vieles! Bei uns wird oft gelacht. Wir nehmen uns selbst nicht zu ernst.
»Zwischen Miroboard und kreativem Chaos: Unsere Arbeitsweise ist intuitiv und erlaubt uns, groß zu denken und Visionen zu spinnen.«
Welche Methode nutzt ihr oft – und warum funktioniert sie gut?
Zwischen Miroboard und kreativen Chaos: Unsere Arbeitsweise ist meistens sehr intuitiv und erlaubt uns groß zu denken und Visionen zu spinnen.
In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen setzen wir auf Beteiligung, gemeinsam entwickelte Formate und Kommunikation auf Augenhöhe. Das bedeutet häufig auch, das Gegenüber anzunehmen, so wie es ist – mit ganz unterschiedlichen Ansichten und Denkweisen.
Welche Zielgruppen erreicht ihr, und wie?
Unsere Zielgruppe sind junge Menschen. Am besten erreichen wir sie dort, wo sie sich ohnehin aufhalten: In der Nähe von Schulen, Einkaufszentren oder anderen sozialen Knotenpunkten.
Welche Barrieren erlebt ihr in der Praxis – und wie geht ihr damit um?
Unsere Arbeit erfordert Kooperationen, Experimentierfreude und schnelle Entscheidungswege.
Demgegenüber stehen für uns neue Strukturen, die oft durch starre Zuständigkeiten, standardisierte Förderlogiken und bürokratische Abläufe geprägt sind. Diese Spannung kann der Umsetzung manchmal den Wind aus den Segeln nehmen. Wie gehen wir damit um? Schieflagen benennen, Verständnis aufbringen, Arschbacken zusammenkneifen und die Flucht nach Vorn antreten.
Woran merkt ihr, dass ein Projekt bei euch gelungen ist?
Leuchtende Augen, junge, lebendige Menschen, die sich trauen sich zu zeigen, sich öffnen und beim nächsten Mal wieder mit dabei sind.
Gab es zuletzt etwas, das euch überrascht oder zum Umdenken gebracht hat?
Unser Landrat, der uns angeboten hat einen Design Thinking Workshop anzuleiten.
Drei Dinge, ohne die euer Arbeitsalltag nicht funktionieren würde?
Teamarbeit in einem inspirierenden Umfeld, Humor und einen Sinn in der Arbeit sehen.
Wie entstehen bei euch neue Ideen – eher aus Notwendigkeit, Neugier oder Zufall?
Von jedem etwas, wobei die Neugier überwiegt.
In welchen Themen oder Feldern sucht ihr aktuell Austausch oder Kooperationen?
Eine wissenschaftliche Anbindung an unsere Themen wäre toll. Durch die Hochschule in Stendal und den Studiengang Kindheitswissenschaften und Entwicklungspsychologie zum Beispiel. Zusammenarbeit mit Ganztagsschulen und KITAS.
Welche Veränderung wünscht ihr euch im Moment am dringendsten im Feld?
Wir wünschen uns die administrativen sowie zeit- und energieraubenden Abläufe zu optimieren, um mehr Kapazitäten für die inhaltliche Arbeit zu schaffen.
Warum habt ihr euch entschieden, Mitglied der .lkj) Sachsen-Anhalt zu werden?
Austausch, Wissenstransfer, Beratung (z.B. juristisch zu Verträgen oder Steuerrechtlich), Inspiration, Fortbildungen, Ressourcen, Anbindung an landespolitische Themen.
Welche Erfahrungen oder Perspektiven bringt ihr in den Verband ein?
Praktische Erfahrungen, wir arbeiten dicht an einem lebendigen Künstler*innenkollektiv, das viel Erfahrung mit großen Gemeinschaftskunstaktionen hat
Wie kann man mit euch zusammenarbeiten (Formate, Möglichkeiten, Zeitfenster)?
Wir stellen gerne Kontakt zum Künstler*innenkollektiv für kulturelle Bildungsaktionen her, bringen gern unkonventionelle Ideen ein, das Kunsthaus Salzwedel bietet gute Räumlichkeiten für seriöse Veranstaltungen, der Gerlachspeicher Salzwedel Raum für experimentelle, außergewöhnliche Formate
Was möchtet ihr noch mit uns teilen?
Danke für euer Interesse! Gute Idee, alle Neuankömmlinge zu interviewen!


