Vernetzt, laut, engagiert: Der NEWKID e. V. wird Teil der .lkj) Sachsen-Anhalt
Mit dem NEWKID e. V. begrüßen wir ein neues Mitglied in unserem Verband. Der Verein aus Dessau-Roßlau setzt sich dafür ein, jungen Menschen Räume für Kultur, Begegnung und Mitgestaltung zu schaffen – offen, generationenübergreifend und mit viel Eigeninitiative.
NEWKID steht für „Noch Ein Weiterer Klub In Dessau“ – ein Name, der augenzwinkernd auf die Realität verweist: Es gibt eben nicht viele Orte für junge Menschen, an denen Kultur, Austausch und kreative Entfaltung selbstverständlich möglich sind. Genau hier setzt der Verein an.
Mit Veranstaltungen, Workshops, kulturellen Formaten und neuen Ideen schafft NEWKID Freiräume für junge Menschen und Junggebliebene – von DJing über Graffiti bis Breakdance, von Tanzreihen bis hin zu langfristigen Projekten im Bereich kulturelle Bildung, Jugendarbeit und Stadtentwicklung.
Im Interview stellt sich das Team vor und gibt Einblicke in Motivation, Arbeitsweise und aktuelle Themen.
»Wir wollen Räume schaffen, die sonst fehlen – gerade für junge Menschen«
Wer seid ihr?
Wir sind der NEWKID e.V. aus Dessau-Roßlau. NEWKID ist ein Akronym und steht für: Noch Ein Weiterer Klub In Dessau. Weil es exakt einen Klub für junge Menschen gibt.
Was bewegt euch gerade?
Das Kulturangebot für junge Menschen und Junggebliebene ist sehr überschaubar. Da wollen wir Angebote und Räume schaffen.
Was treibt euch in eurer Arbeit an?
Die Freude am Leben und am Gestalten der Zukunft.

Was bringt euch zum Lachen?
Unser lieber old head DJ Tobi und sein unschlagbarer Akzent. #dischisgeil
Welche Methode nutzt ihr oft – und warum funktioniert sie gut?
Ach herje. Viel zu theoretisch. Wir gehen in unserer Arbeit nicht zu theorielastig vor, sondern schauen praktisch, welche Abläufe und Tools uns helfen, anstehende Projekte und Aufgaben zu bewältigen. Learning by doing und vor allem learning voneinander.
Welche Zielgruppen erreichst du, und wie?
Wir erreichen viele junge Menschen, aber eben auch Junggebliebene. Da gibt es keine Altersgrenze. Das spiegelt sich auch im Verein wider: Das jüngste Mitglied ist 17, das Älteste wird 60.
Welche Barrieren erlebt ihr in der Praxis und wie geht ihr damit um?
Gerade die finanzielle Unterstützung ist manchmal eine Hürde. Wir müssen unsere Location umbauen und erhalten dafür auch einiges an Unterstützung. Aber ein etwas größerer Scheck über 50.000 Euro würde vieles einfacher machen. Wir wollen aber auch nicht klagen. Über unsere Veranstaltungen und unsere Community kommt immer etwas Geld rein. In kleinen Maßen, aber das darf nicht unterschätzt werden. Wir sind da sehr dankbar.
Woran merkt ihr, dass ein Projekt bei euch gelungen ist?
An der Zufriedenheit im Verein, aber vielmehr an der Resonanz von außen.
»Oft wird junge Kulturarbeit noch als ‚nice to have‘ gesehen – dabei schafft sie Räume, die sonst fehlen.«

Gab es zuletzt etwas, das euch überrascht oder zum Umdenken gebracht hat?
Zum Start des Jahres haben wir uns mit allen Mitgliedern zu einem großen Allhands-Meeting getroffen, um unsere nächsten Schritte zu planen. Dabei saßen wir viel zusammen, haben gebrainstormt und am Ende eine ganze Wand voller Ideen und Ziele gesammelt. Überrascht hat uns vor allem, was entsteht, wenn unterschiedliche Generationen zusammenkommen und gemeinsam an etwas arbeiten. Wenn es die Freiräume gibt, sich zu begegnen und einzubringen, entsteht unglaublich viel – oft mehr, als man vorher erwartet.
Drei Dinge, ohne die euer Arbeitsalltag nicht funktionieren würde?
Musik, engagierte Leute und gute Laune.
Wie entstehen bei euch neue Ideen – eher aus Notwendigkeit, Neugier oder Zufall?
Sowohl als auch. Manches ist sehr konkret geplant, wie unsere Tanzreihe “Draußen ist Schöner”, anderes entsteht zufällig, wie unser Antrag, Hip Hop in Ostdeutschland als Immaterielles Kulturerbe anerkennen zu lassen.
In welchen Themen oder Feldern sucht ihr aktuell Austausch oder Kooperationen?
Auch das ist sehr vielfältig. Vor allem im Bereich kulturelle Bildung, Jugendarbeit und Stadtentwicklung. Uns interessieren Kooperationen, die über einzelne Events hinausgehen, z.B. langfristige Projekte, Workshops oder Formate, bei denen junge Menschen selbst aktiv werden können. Auch im Bereich Förderung und nachhaltige Vereinsstrukturen sind wir immer offen für Austausch.
Welche Veränderung wünscht ihr euch im Moment am dringendsten im Feld?
Wir würden uns wünschen, dass junge Kulturarbeit stärker als das wahrgenommen wird, was sie ist: Ein wichtiger Teil von Stadtentwicklung und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Oft wird sie noch als „nice to have“ gesehen, dabei schafft sie Räume, die sonst fehlen, gerade für junge Menschen.
Warum habt ihr euch entschieden, Mitglied der .lkj) Sachsen-Anhalt zu werden?
Wir sehen bei der .lkj) sehr große Anknüpfungspunkte. Da wir viel mit Kids und Jugendlichen arbeiten, stehen deren Schutz und Bedürfnisse im Zentrum unserer Aktivitäten.
Was erhofft ihr euch von der Zusammenarbeit im Netzwerk?
Einen stärkeren fachlichen Austausch und gern auch neue Kooperationen.
Welche Erfahrungen oder Perspektiven bringt ihr in die .lkj) Sachsen-Anhalt ein?
Wir sind gut in der (Event-)Organisation, beim Förderanträge-Schreiben, aber auch bei Workshops wie DJing oder Graffiti.
Wie kann man mit euch zusammenarbeiten (Formate, Möglichkeiten, Zeitfenster)?
Das kommt drauf an. Wir suchen immer mal DJs für unsere Reihe “Draußen ist Schöner”, aber Leute die Breakdance-Workshops geben wollen, sind immer gern gesehen.
Natürlich sind aber auch alle anderen willkommen bei uns, die frischen Wind, neue Perspektiven und Tatendrang mitbringen, um Neues auszuprobieren.
Was möchtet ihr noch mit uns teilen?
Wir sind ein offener Verein und freuen uns immer über neue Menschen, die Lust haben, sich einzubringen, egal ob mit konkreten Ideen oder einfach Neugier. Vieles entsteht bei uns im Machen. Wenn jemand etwas ausprobieren will, versuchen wir gemeinsam, dafür den Raum zu schaffen.


