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Junge, kreative Köpfe ausgezeichnet: 29. Kinder- und Jugend-Kultur-Preis Sachsen-Anhalt verliehen

Unter dem Motto »Mach doch!« hat die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der .lkj) Sachsen-Anhalt bereits zum 29. Mal kreative Köpfe und junge Talente dazu aufgerufen, ihre Werke beim Kinder- und Jugend-Kultur-Preis des Landes Sachsen-Anhalt einzureichen. In diesem Jahr beteiligten sich mehr als 800 Kinder und Jugendliche mit 99 Werken. Elf Beiträge wurden am Freitag im Bauhausgebäude in Dessau-Roßlau ausgezeichnet. Die Preise, die von dem Staatssekretär für Kultur Dr. Sebastian Putz überreicht wurden, waren mit insgesamt 6.500 Euro dotiert.

„Kinder und Jugendliche stellen die Fragen, die uns zum Nachdenken bringen. Sie entdecken die Möglichkeiten, die wir oft übersehen. Darin liegt eine Kreativität, die unsere Gemeinschaft stärkt und Sachsen-Anhalt voranbringt“, betont Dr. Sebastian Putz, Staatssekretär für Kultur. Insgesamt wurden elf Preise vergeben: Neben den drei Hauptpreisen erhielten die Teilnehmenden zwei Förderpreise, einen Sonderpreis der Kinder- und Jugendjury sowie fünf Anerkennungspreise.

Mit dem ersten Preis in Höhe von 2.000 Euro wurde die Initiative „So Sehe Das Ich“ von Rostislav Kulikov ausgezeichnet. Der 18-Jährige rief gemeinsam mit seinem Team eine hybride Plattform ins Leben, die jungen Künstler*innen in Halle eine Bühne bietet. Auf der Webseite www.so-sehe-das-ich.vercel.app können sich Kunstschaffende mit wenigen Klicks für Ausstellungen anmelden und ihre Werke präsentieren. „In beeindruckender Eigeninitiative und organisatorischer Leistung entwickelt und realisiert die Gruppe Ausstellungen sowie begleitende Veranstaltungen, die darauf abzielen, bestehende Barrieren im oft elitären Kunstbetrieb abzubauen. Gerade für junge Menschen ohne etabliertes Netzwerk schaffen sie damit konkrete Zugänge und Sichtbarkeit“, so die Jury, die gleichzeitig das hohe Niveau der Initiative würdigte.

Foto: Matthias Sasse

Den mit 1.500 Euro dotierten zweiten Preis gewann die Magdeburgerin Tamaya Jasmin Martinez Bürger. Ihr Werk „Eine Reise durch Munay“ vereint literarische Texte, detailreiche Illustrationen und eigene Partituren. Mit viel Fantasie, philosophischen Gedankengängen, aber auch realistischen Leitplanken gelingt es ihr, ihr Publikum in eine andere Welt zu führen. „Ab einem bestimmten Moment war diese fiktive Welt so rund und in sich logisch, dass ich jetzt das Gefühl habe, die Geschichten würden sich von selbst schreiben“, sagt die 19 Jahre alte Preisträgerin über den Entwicklungsprozess.

Der dritte Preis in Höhe von 1.000 Euro ging an Paul Swigulski. In seinem Song „Junge aus der Stadt“ berichtet der 17-jährige Magdeburger eindringlich und mit erzählerischem Feingefühl von einer Begegnung mit einem Menschen, dessen Geschichte ihn nachhaltig geprägt hat. „Junge aus der Stadt“ richtet sich an all jene, die im Alltag zu kämpfen haben, sich allein fühlen oder nach Auswegen suchen. „Der Song erinnert daran, wie wichtig es ist, hinzusehen, zuzuhören und füreinander da zu sein – denn Aufmerksamkeit und Empathie können im richtigen Moment entscheidend sein“, so die Jury, die neben der klaren Haltung auch die künstlerische Reife des Musikers und die Qualität des Werks hervorhob.

Foto: Matthias Sasse

Den ersten von zwei Förderpreisen im Wert von 500 Euro erhielt die Theatergruppe Drams’n’roses des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Sangerhausen für ihr Stück „Countdown – eine Szenencollage“. In ihrer Inszenierung thematisieren die 30 Mitglieder persönliche Erfahrungen mit psychischen Belastungen, Ausgrenzung und Diskriminierung. Die Jury würdigte nicht nur den Mut, persönliche Erlebnisse auf die Bühne zu bringen, sondern auch das gelungene Zusammenspiel der ästhetischen Mittel und den Versuch, mit den Zuschauer*innen in den Dialog zu gehen. Hierdurch sei es gelungen, eine besondere Nähe zum Publikum zu erzeugen.

Foto: Matthias Sasse

Den zweiten Förderpreis nahm die 15-jährige Nina Rohrpasser aus Magdeburg für ihr Gemälde „Vertrauen“ entgegen. Die Jury überzeugte vor allem die malerische Qualität, die ausdrucksstarke Bildkomposition und die atmosphärische Gestaltung der Szene. „Das großformatige Acrylbild auf Leinwand zeigt nicht nur technisches Können, sondern auch ein hohes Maß an Kreativität, Ausdauer und Eigeninitiative“, erklärte die Jury in ihrer Laudatio.

Neben der fünfköpfigen Fachjury, bestehend aus Vertreter*innen verschiedener Kultursparten, vergab auch eine Kinder- und Jugendjury einen Preis im Wert von 500 Euro. Ausgezeichnet wurde die vierteilige Hörspielreihe „Sound of water“, die von Kindern und Jugendlichen der Kirchengemeinde Pouch produziert wurde. Ausgehend von Gesprächen mit Menschen, die in Pouch leben, haben die Elf- bis 17-Jährigen persönliche Geschichten aufbereitet, die an das Leben am und mit dem Wasser in der Gemeinde erinnern. Sie berichten von Sehnsuchtsorten und Vergangenem, beleuchten aber auch Schattenseiten, etwa die Folgen von Tagebau, Hochwasser und Krieg. Die Kinder- und Jugendjury würdigte insbesondere die originelle Herangehensweise und Darstellung der Erfahrungen sowie die gelungene Auseinandersetzung mit dem prägenden regionalen und historischen Kontext.

Foto: Matthias Sasse

Darüber hinaus wurden folgende Werke mit Anerkennungspreisen in Höhe von jeweils 100 Euro ausgezeichnet:

  • „Go into the GODMODE“, ein Comic des 13 Jahre alten Pit Emanuel Becker aus Magdeburg,
  • die Hörproduktion „Berühmt werden oder lieber nicht?“ von der Jugendredaktion des Jugendradios von Radio Corax in Halle,
  • das visionäre Projekt „Halle 2050“ von Filip Zwanzig, der aus LEGO eine nachhaltige Wohnsiedlung in Halle erschuf,
  • „Der Landsberger Kinder-Podcast“ von Johanna Suske und den Kinderreporter*innen aus Landsberg und
  • das Gemälde „In Gedanken verloren“ von Nele Flader aus Havelberg.

Mit der Preisverleihung startet der 30. Kinder- und Jugend-Kultur-Preis Sachsen-Anhalt. Unter dem Motto „Checkst du?“ können Kinder und Jugendliche bis zum 1. April 2027 eigene Beiträge wie Songs, Filme, Podcasts, Kunstwerke, Texte oder Stadtteilprojekte einreichen.

Weitere Infos: www.kjkp.lkj-lsa.de

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