Wahlprüfsteine zur kulturellen Bildung (Landtagswahl 2011)

Die .lkj) hat nach einem Abstimmungsprozess in Beirat, Vorstand und den Mitarbeiter_innen für die Landtagswahl 2011 Wahlprüfsteine zur kulturellen Bildung vorgelegt. Diese können die Parteien bis Mitte Januar 2011 beantworten. Die Antworten sind im Wortlaut hier:

Im Feburar 2011 wird dazu noch eine redaktionell gestaltete Broschüre erstellt, die in Kultureinrichtungen des Landes kostenlos ausliegen wird bzw. hier zum Download bereit steht.

1. Kultur als Pflichtaufgabe? Kultur nach Kassenlage?

Sachsen-Anhalt ist auf einem guten Weg, kulturelle Bildung rechtlich abzusichern (Musik­schulgesetz, Bibliotheksgesetz) und damit Empfehlungen der Enquete-Kommission “Kultur in Deutschland” umzusetzen.

Wie soll zukünftig der Abgrenzung zwischen pflichtigen und freiwilligen Aufgaben in der Kultur geregelt werden?

Sollte aufgrund der demografischen Entwicklung im Bereich der Kinder- und Jugendbil­dung und der Kultur gespart werden?

2. Teilhabe – Soziale Aspekte

Teilhabe: Jedes Kind in Sachsen-Anhalt soll die Möglichkeit haben, an kulturellen Angebo­ten teilzuhaben.

Wie soll dies in der Praxis umgesetzt werden?

Streben Sie besondere Programme für “bildungsferne Schichten” oder “sozial Benach­teiligte” Bevölkerungsgruppen an, welche Rolle spielt in diesen Programm Kultur und kul­turelle Bildung?

Sollte es für Menschen mit Behinderungen eine besondere Förderung der kulturellen Bildungsangebote geben?

3. Schulische und außerschulische Bildung

Wie stehen Sie zur Vernetzung der Politikfelder – Jugendpolitik, Kulturpolitik, Bil­dungspolitik – wie kann diese realisiert werden, ist eine durchlässige Förderung kulturel­ler Bildung aus diesen drei Politikfeldern im Sinne einer Baukastenförderung sinnvoll und umsetzbar?

Welchen Stellenwert soll kulturelle Bildung und ästhetische Früherziehung im Vorschulbe­reich erhalten und wie soll diese gefördert werden?

Welchen Stellenwert hat die schulische und außerschulische Bildung in der zukünfti­gen Landespolitik? Wie wichtig ist kulturelle Bildung im Vergleich zu anderen (sozialen, na­turwissenschaftlich-technischen, beruflichen, ökologischen) Aspekten?

Welchen Stellenwert haben kulturelle Bildungsangebote an Schulen? Sollen diese für Schülerinnen und Schüler kostenlos sein?

Wie kann im Bereich der Ganztagsschulen professionelle Qualität – z. B. bei Angeboten von Künstlerinnen und Künstlern – gesichert werden?

Sehen Sie es als Landesaufgabe an, die Aktivitäten und Angebote der kulturellen Bil­dung landesweit zu erfassen, um im Bereich Schule / Ganztagsschule die Information und Wirkung der kulturellen Bildung zu verbessern?

4. Spezielle Szenen

Wie sollen Kinder und Jugendliche an die Theaterszene bzw. an das Theater im Land herangeführt werden?

Will sich das Land bei der Fortführung der Mehrgenerationenhäuser und intergenerativer Projekte engagieren?

Musik: Halten Sie eine Initiative, wie “Jedem Kind ein Instrument” (Programm aus NRW) für sinnvoll in Sachsen-Anhalt?

Welchen Stellenwert in der zukünftigen Landespolitik haben Literatur- und Leseförde­rung, welche Rolle spielt hier die Kinder- und Jugendbildung? Welche Rolle spielt die Kultur bei integrativen Projekten für Migrant_innen?

Wird es im Be­reich “Integration von Migrant_innen” eine gezielte Förderung geben? Welchen Stellenwert soll zukünftig Medienbildung in Sachsen-Anhalt haben, wie können die Bürgermedien (Offene Kanäle, Nichtkommerzielle Lokalradios) dabei mitwirken?

Trägerförderung: Ist die Landespolitik bereit, die kulturelle Trägerlandschaft bei der Ak­quise von EU-Projekten und europäischen Mitteln organisatorisch und materiell zu unter­stützen (Beratung, Ko-Finanzierung, Bürgschaften)?

5. Breitenkultur, Hochkultur, Kulturwirtschaft

Welchen Stellenwert hat die sogenannte Breitenkultur im Vergleich zur “Hochkultur”, wie soll sich dies in der Landesförderung auswirken?

Könnte und sollte durch Maßnahmen der Landespolitik das “Klima” für Breitenkultur, Volkskunst, Amateurkunst, Kinder- und Jugendkultur verbessert werden?

Welche Bedeutung in der Kulturförderung soll die Kunststiftung Sachsen-Anhalt hin­sichtlich der Breitenkultur haben?

Wie können Absolventinnen und Absolventen künstlerischer, kulturpädagogischer und kulturwissenschaftlicher Studiengänge in Magdeburg, Halle und Merseburg im Land gehalten werden? Gibt es Überlegungen, die Kulturwirtschaft zu stärken?